Besorgte Krefelder haben Angst vor noch mehr Lkw-Verkehr

Besorgte Bürger : Angst vor noch mehr Lkw-Verkehr

Wann der Trailer-Port in Linn kommt, ist noch völlig offen. Doch die Bürger bringen sich jetzt schon in Stellung.

Die Verkehrssituation aufgrund der Lastwagen-Invasion durch die Umleitung über die Königsberger Straße hat die Linner in den vergangenen Wochen einige Nerven gekostet. Mit einem womöglich guten Ende in der kommenden Woche durch die Fertigstellung der Abfahrt von der Berliner Straße auf die Floßstraße (wir berichteten). Doch mit dem geplanten Trailer-Port im Hafen droht eine neue Belastung mit einem grundsätzlichen Zuwachs an Lkw-Verkehr, ungeklärten Verkehrsverläufen und bislang nur spekulativer Lärmschutzgestaltung.

„Wenn ich so etwas baue, generiere ich damit zusätzliche Verkehre“, sagt Helmut Döpcke, Vorstand des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK), der jetzt beim Bürgerdialog der CDU-Linn im Pfarrheim St. Margareta interessierten Bürgern Rede und Antwort auch zum Trailer-Port stand – obwohl das (noch) gar nicht sein Verantwortungsbereich ist. „Es gibt bislang keinen Auftrag an den Kommunalbetrieb, etwas zu bauen“, so Döpcke. Dennoch wird der Trailer-Port nach den Vorstellungen der Rheinhafen Krefeld kommen. Im vergangenen Jahr hatte die Geschäftsführung der Hafengesellschaft einen ersten Investitionsrichtwert von 15 Millionen Euro genannt. Das geplante Kombiterminal zwischen B288 und dem Wohngebiet an der Carl-Sonnenschein-Straße soll dazu dienen, Ladung vom Lkw-Trailer per Kran auf die Schiene zu bringen und umgekehrt.

Bislang noch kein behördlicher Prozess zum Trailer-Port

Bislang gibt es allerdings nur Skizzen auf dem Papier, konkret ist noch nichts in einem politischen oder behördlichen Prozess. Klar ist jedoch schon für Döpcke: „Die Planung darf nicht nur über eine einzige Genehmigung abgewickelt werden.“ Während eine öffentliche Erschließungsstraße über einen B-Plan genehmigt werden müsse, sei auf der geplanten Trasse zum Terminal auch die Bahn zu Hause. Für dortige bauliche Eingriffe gelte dann ein Planfeststellungsverfahren mit anderen rechtlichen Grundlagen. „Die Bürger haben aber gleiche Mitspracherechte“, sagt der KBK-Vorstand. „Und es kann ihnen doch egal sein, ob eine Straße durch einen B-Plan oder ein Planfeststellungsverfahren beschlossen wird, wenn die Straße hinterher den gesamten Verkehr aufnimmt.“

Daran hatte eine Anwohnerin der Carl-Sonnenschein-Straße ihre Zweifel. Sie habe gehört, dass der abfließende Lkw-Verkehr doch vor ihrer Haustür vorbeigeführt werde. Das bezweifelt der KBK-Chef: Der Kreisverkehr Floßstraße sei genau für die Anbindung an einen Trailer-Port mit einem „fünften Finger“ konzipiert worden. Und seines Wissens gebe es für diese „große Lösung“ übereinstimmend klare Zustimmung aus der CDU und SPD im Stadtrat.

Doch schon aktuell erleben die Linner die Probleme vor ihrer Haustür in Form von mächtigen Lkw-Kolossen. Und viele von ihnen glauben auch mit dem Ende der Bauarbeiten des Kreisverkehrs Floßstraße nicht an ein Ende der hohen Belastung durch Lastwagen. „Ich befürchte, dass es nicht deutlich besser werden wird“, sagt eine Bürgerin. „Meine Sorge ist groß, dass Linn belastet bleibt. Wir müssen jetzt vielfältig sein“, rät sie. Selbst Stefan Galke von der CDU-Linn erklärt im Hinblick auf komplexe und häufig auch der Kommunalpolitik nicht auf den ersten Blick transparente Verfahren: „Wir müssen die Augen und Ohren offen halten.“ Insbesondere zum Lärmschutz. Die Angst ist groß, dass das Bestandsrecht für die künftige Zufahrtsstraße greift und selbst eine höhere Lkw-Frequenz dann nicht für den Schutz vor Lärm herangezogen werden könne. Es herrscht eine skeptische Grundstimmung.

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