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Benefizkonzert: Christians Vater dankt für Hilfsbereitschaft

Benefizkonzert: Christians Vater dankt für Hilfsbereitschaft

Im Fabritianum spielten musikalische Weggefährten für den vermissten Krefelder. 5400 Euro für neue Suche.

Krefeld. Die Resonanz auf die Hilfsaktion war überwältigend. Schon zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung mussten die Türen des Pädagogischen Zentrums im Gymnasium Fabritianum geschlossen werden. Die aus Sicherheitsgründen gebotene Mindestzuschauerzahl von 200 Menschen war erreicht.

In der Schule, in der Christian Prehn vor seiner Abreise sein Abitur gemacht hatte, gestalteten jetzt Schulfreunde, musikalische Weggefährten, Musikschüler und Musikstudenten einen Konzertabend, um Spenden für eine erneute Suche nach dem in den neuseeländischen Alpen vermissten Krefelder zu sammeln. „Wir Musiker, die immer mit Christian gespielt haben, möchten heute einmal für ihn spielen“, sagte ein Mitabiturient und Weggefährte im Schul- und Musikschulorchester.

Bei den eindrucksvollen Aufführungen stachen vor allem die Musiker des Saxophon-Quartetts Multiphonic heraus — das Quartett, mit dem Christian Prehn am Baritonsaxophon unter anderem bei „Jugend musiziert“ überzeugen konnte.

Christians Vater, Jens Uwe Prehn, nutzte die Gelegenheit, um sich bei den vielen Menschen, die für eine weitere Suche gespendet haben und die sich mit ihrer Anteilnahme solidarisch zeigten, zu bedanken. „All jene haben dafür gesorgt, dass wir, getragen von einer Welle der Hilfsbereitschaft, die Kraft finden konnten, diese schwere Situation zu ertragen und bestmöglich zu bewältigen“, sagte er bei seiner Ansprache.

Die enorme Unterstützung der Mitbürger gebe auf zwei Weisen Hoffnung. Auf der einen Seite, dass Christian Prehn bei einer erneuten Suchaktion gefunden werde. Auf der anderen Seite, dass es nicht so schlimm um den Zusammenhalt der Gesellschaft stehe, wie oft publiziert würde. „Die vielen Beweise der Anteilnahme, der Solidarität und spontanen Hilfe, belegen doch eindrücklich, dass wir über alle Grenzen von Religion, Nationalität und Herkunft einander stützen und unterstützen, und eben nicht in einer Gesellschaft leben, in der Egoismus und Kosten-Nutzen-Rechnungen den Alltag bestimmen.“ Prehn schloss seine eindrucksvolle Rede mit einer Schweigeminute.

Die Besucher des Benefizkonzerts bedankten sich nach den letzten Tönen des Abends mit stehenden Ovationen für das Engagement der Musiker. Allein an diesem Abend wurden knapp 5400 Euro für eine erneute Suche gesammelt. Zusammen mit weiteren Spendenaktionen (unter anderem durch den KEV) reichen die Mittel aus, um eine Übung der örtlichen Such- und Rettungsteams mit dem Hubschrauber am 8. und 9. April in das in Frage kommende Gebiet des Nelson Lakes Nationalparks zu verlegen.