Bei der Groschenkirmes sind Kinder die Betreiber

JAHRMARKT : Hier sind Kinder die Kirmes-Betreiber

Bei der Groschenkirmes in Königshof ist das handgezogene Karussell der Besuchermagnet.

Die Groschenkirmes hat in Königshof Tradition: Im Rahmen des Kirchfests der Herz-Jesu-Gemeinde hatte am Sonntag auch der Jahrmarkt wieder geöffnet – mit zahlreichen Spielstände für große und kleine Besucher. Das Besondere: Die Attraktionen werden von den Kindern und Jugendlichen selbst aufgebaut. „Das ist nicht wie auf einer normalen Kirmes. Das ist schon etwas ausgefallener“, sagt Beate Nuyen, Mitarbeiterin im Organisationsteam, über das Event, das es bereits seit mehr als 40 Jahren im Stadtteil gibt.

Preise gibt’s beim Entenangeln und am Basketball-Stand

Die Kinder sind dabei nicht komplett auf sich selbst gestellt und werden von einigen erwachsenen Helfern beim Aufbau unterstützt. Rechtzeitig stehen dann eine Torwand, Entenangeln, Dosenwerfen, ein Schießstand, Basketball und mehr zur Verfügung. Dabei sind die Kinder und Jugendlichen auch hinter den Ständen aktiv. „Deshalb sind sie so enthusiastisch dabei“, sagt Beate Nuyen. Sie ist sich sicher, dass die jüngeren Besucher Spaß daran haben, sich selbst tatkräftig bei der Kirmes einzubringen.

Wer eine Spielkarte erworben hat, darf an den Spielständen Aufgaben lösen. Je mehr Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden, desto schönere Preise winken den Spielern an den Ständen. Jakob versucht sein Glück beim Basketball-Stand und trifft den Korb viermal. „Das war knapp“, sagt sein Vater, als Jakob die gewünschte Anzahl an Treffern nicht ganz erreicht. Aufgeben will der Sechsjährige aber noch lange nicht und versucht es später erneut. Dieses Mal mit mehr Glück.

„Das handgezogene Karussell mit den selbstgebauten Fahrzeugen ist auf jeden Fall das Highlight“, findet Kirmes-Organisator Georg Eiker und deutet auf das Fahrgeschäft, um das sich bereits eine Menschenmenge versammelt hat. „Ich will auf das Pferd“, sagt der fünfjährige Finn, der es vor Begeisterung kaum erwarten kann, endlich an der Reihe zu sein. Antonia möchte lieber mit der Lokomotive fahren. „Bitte ganz schnell machen“, ruft sie dem jungen Mann zu, der in der Mitte steht und das Karussell ankurbelt.

Erlös fließt in die Partnergemeinde nach Brasilien

Natürlich gibt es für die vielen Besucher auch reichlich Verpflegung. Mit Waffeln, Kuchen und anderen Speisemöglichkeiten können sich die Leute in die Cafeteria zurückziehen und in Ruhe unterhalten. Direkt daneben befindet sich dann noch ein kleiner Trödelmarkt und auch eine Tombola, die Kirmes-Besucher mit 400 Preisen lockt.

Unter 1600 Losen befindet sich ein großer Gasgrill als Hauptgewinn. „Wenn wir mit den Losen losziehen, sind die in zehn Minuten alle weg“, freut sich Beate Nuyen über die Beliebtheit der Tombola, die auch in diesem Jahr wieder gut bei den Besuchern ankommt. Dabei geht der Erlös des diesjährigen Kirchfestes je zur Hälfte an die brasilianische Partnergemeinde in Uirauna und die Erneuerung der Pfarrheimüberdachung.

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