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Baustellen bremsen Feuerwehr aus

Baustellen bremsen Feuerwehr aus

Werden die Retter zu einem Einsatz in die Innenstadt gerufen, gestaltet sich die Anfahrt je nach Uhrzeit schwierig. Der Ostwall ist tabu.

Krefeld. Die Krefelder Innenstadt ist ein Nadelöhr. Besonders zu den Stoßzeiten sind die Hauptverkehrswege schlichtweg zu. Nur im Schneckentempo geht es vorwärts. Kompliziert ist die Situation vor allem für die Rettungskräfte. Neben dem dichten Verkehrstreiben machen Baustellen und Falschparker der Feuerwehr das Durchqueren der City oftmals zu schaffen. „Den Ostwall befahren wir beispielsweise gar nicht mehr“, sagt Christoph Manten.

Laut dem Feuerwehrsprecher sei auch die Situation an der St.-Anton-Straße aufgrund der dortigen Großbaustelle brisant. „Zur taktischen Einsatzanalyse gehört es auch zu wissen, wo mögliche Blockade-Stellen lauern und wir möglicherweise über Umwege besser zum Einsatzort kommen“, so Manten.

Von der Stadt werde die Feuerwehr bei neuen Baustellen über mögliche Verkehrsbehinderungen informiert. Oft sind es aber auch die Einsatzleiter, die durch Erkundungsfahrten in der Stadt die Anfahrtswege in Augenschein nehmen. „Dadurch wissen wir bereits vor der Anfahrt, ob es mögliche Probleme gibt.“ Denn diese dürfen in Notsituationen nicht zu einer verzögerten Anfahrt führen. Generell gilt die Vorgabe: Die Ausrückzeit sollte unter einer Minute liegen, und in sieben bis acht Minuten will die Feuerwehr am Einsatzort sein.

Im Notfall geht es um Sekunden. Umso ärgerlicher und gefährlicher sind deshalb Falschparker, die Rettungswege blockieren oder die Anfahrt von Rettungsdienst und Feuerwehr verzögern. Wie häufig falsch geparkte Autos zur Behinderungen für Einsatzfahrzeuge werden, wollte die CDU jetzt von der Verwaltung wissen. Die Antwort in der Sitzung des morgigen Ordnungsausschusses wird lauten: Zwar gebe es im Innenstadtbereich eine verzögerte Anfahrt, nach Ansicht der Polizei sei aber keine „signifikante Rettungswegproblematik“ für die letzten Jahre festzustellen.

Die Stadt berichtet, dass im vergangenen Jahr durch den städtischen Außendienst insgesamt 1223 Fahrzeuge abgeschleppt wurden. In wie vielen Fällen die falsch geparkten Autos auch Rettungswege versperrt hätten, könne aufgrund fehlender Technikunterstützung bei der Auswertung nicht mitgeteilt werden.

Aktenkundig sind hingegen im Zusammenhang mit der Rettungswegproblematik 255 Fälle von verbotswidrigem Halten/Parken an engen oder unübersichtlichen Stellen in scharfen Kurven sowie 282 Fälle, in denen Feuerwehrzufahrten zugeparkt waren. Auffällig hoch ist vor allem die Anzahl der Verstöße beim Parken im Fünf-Meter-Bereich von Kreuzungen (805).