Baustart für Flüssiggas-Tanklager

Baustart für Flüssiggas-Tanklager

Bereits im September möchte Caratgas in Rheinhafen die ersten Tanks installieren. Insgesamt 35 Mitarbeiter soll es in Krefeld geben.

Der Baustart für das Flüssiggas-Tanklager der Caratgas GmbH im Krefelder Rheinhafen steht kurz bevor. Das Unternehmen aus Wuppertal, eine Tochtergesellschaft der Westfalen Gruppe aus Münster, will im kommenden Jahr von Wuppertal nach Krefeld umziehen und gut 16 Millionen Euro investieren. Dafür hat das Unternehmen von der Hafengesellschaft ein 40 000 Quadratmeter großes Gelände am südlichen Wendebecken des Hafens langfristig gepachtet.

Foto: Dirk Jochmann

Holger Laugisch stellte das Projekt jetzt in der Museumsscheune in Linn öffentlich vor. „Die Lage im Hafen mit ihrem trimodalen Anschluss per Schiff, Eisenbahn und Straße ist ideal und für uns attraktiv“, sagt der Caratgas-Geschäftsführer. Im September sollen fünf aus Sicherheitsgründen erdgedeckte Propan- und Butantanks verlegt werden. Die Daten: bis zu 70 Meter lang, 270 Tonnen schwer und mit fast 4000 Kubikmeter Gesamtfassungsvermögen.

Geplant sind außerdem ein Schiffsanleger, Verladestationen für Tankwagen und Bahnkesselwagen, eine Flaschenabfüllung, ein Betriebs- und ein Technikgebäude sowie ein Lagerplatz für technische Gase. Die Inbetriebnahme ist im dritten Quartal 2019 vorgesehen. „Man hat uns in Krefeld gut aufgenommen“, bedankt sich Laugisch. Sascha Odermatt, neuer Geschäftsführer der Neuss-Düsseldorfer Häfen, zu denen auch der Rheinhafen Krefeld gehört, begrüßt das Engagement, weil es in das Entwicklungskonzept passt. „Leider ist dies das letzte größere Grundstück im Hafen“, bedauert er.

Holger Laugisch, Geschäftsführer von Caratgas

Zum Info-Abend waren rund 20 Anwohner erschienen, darunter Mitglieder der benachbarten Bürgervereine. Ihre Fragen nach dem Verkehrsaufkommen beantworteten die Unternehmensverantwortlichen ausführlich. Die Anlieferung der Flüssiggase erfolgt — zumeist aus Rotterdam — ausschließlich per Binnenschiff und belastet damit nicht den Straßenverkehr, ebenso wenig wie 25 Prozent des Abtransports über Bahnkesselwagen. Verbleiben für den Straßentransport 60 Tankwagen- und Lkw-Fahrten am Tag, jeweils hin und zurück. Diese verteilen die technischen Gase an die Abnehmer zu etwa 40 Prozent über die B 288 Richtung Ruhrgebiet und zu 60 Prozent weiter über die A 57. Die Sperrung der Route über Lank-Latum werde strikt eingehalten.

Zufrieden reagierten die Bürger auf die Lösung des Park- und Aufenthaltsproblems für die Fahrer. Die Fahrzeuge werden nicht wild parken, sondern auf dem Firmengelände. Dort sind auch sanitäre Anlagen für die Fahrer vorgesehen. Das Unternehmen plant mit 23 Mitarbeitern am neuen Standort. „Am liebsten wäre es uns, wenn alle Mitarbeiter aus Wuppertal uns nach Krefeld folgen würden“, sagte Laugisch. Das dortige Werk wird aufgegeben. Insgesamt seien 35 Mitarbeiter mit dem Gaseumschlag am Standort beschäftigt.

Zum Thema Sicherheit im Umgang mit Gasen erteilte das Unternehmen bereitwillig Auskunft. Die Erdabdeckung der Tanks sei eine national gängige Maßnahme, die bei einem Entweichen oder Entzünden von Gasen Mensch und Umgebung schütze. Ein eventueller Gasaustritt werde je nach Konzentration in verschiedenen Alarmstufen angezeigt — bis zur automatischen Abschaltung von Tankvorgängen. Die Druckgasflaschen sind mit einem Sicherheitsventil versehen, das bei zu hohem Druck automatisch abbläst. „Die Unternehmensgruppe verfügt über viel Erfahrung im sicheren Umgang mit Gasen und befolgt die strengen Regeln und Gesetze“, sagt Laugisch und verweist darauf, dass in Deutschland zwölf Flüssiggas-Tanklager und zwei Hafen-Tanklager für Kraftstoffe in Münster und Minden erfolgreich betrieben werden. Er gesteht aber, dass bei aller Vorbeugung eine 100-prozentige Sicherheit nicht möglich ist.