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Bauprojekt: Rheinblick vor dem Start

Bauprojekt: Rheinblick vor dem Start

Im nächsten Frühjahr könnten die ersten Bagger rollen. Auch auf den Nachbargrundstücken tut sich was.

Krefeld. Nach zehn Jahren auf der langen Bank wird es ernst für das Projekt Rheinblick: Bereits im nächsten Frühjahr sollen in Uerdingen die ersten Bagger rollen. „Wenn alles glatt läuft, könnten die Genehmigungen im Februar oder März erteilt werden“, erklärt Krefelds Planungsdezernent Martin Linne.

Die Entwürfe des Architekten Hadi Teherani — gestern exklusiv in der WZ vorgestellt — empfindet Linne als „Quantensprung für Krefeld“. Er kennt Teherani von früheren Projekten: „Er ist ein Architekt, der innovativ und zugleich praxisorientiert arbeitet.“ Sein Entwurf sei „an einige Stellen genial“.

Entsprechend entschlossen ist Linne, keine weiteren Fehler zuzulassen. Dass der Bebauungsplan von einem Gericht kassiert wird, wie im Juli 2011 geschehen, soll sich nicht wiederholen: „Das wäre der Super-Gau.“

Um die neue Pläne wasserdicht zu machen, mussten drei Fragen geklärt werden.

1. Durch eine verschärfte EU-Richtlinie mussten alle möglichen Störfälle im benachbarten Chemiepark benannt und durchgerechnet werden.

2. Das Thema Hochwasserschutz am Rhein musste neu aufgeschlüsselt werden.

3. Der Schiffsverkehr musste hinsichtlich Lärm und Gefahrenpotenzial neu berücksichtigt werden.

Laut Linne sind diese Themen „weitgehend ausgeräumt“. Zum Jahresende soll der neue Bebauungsplan in den Rat eingebracht werden. „Die Ungeduld tragen wir selbst in uns“, versichert Linne. „Aber Rechtssicherheit kommt letztlich allen zugute, auch dem Investor.“

Parallel befasst sich Linnes Abteilung mit einem Nebenkriegsschauplatz, der wenige Meter rheinabwärts liegt. Der Besitzer des Grundstücks direkt am Chemiepark, Heinrich Yoksulian, hatte bei der Stadt beantragt, auf seinem Gelände ein Bordell mit 20 Zimmern errichten zu dürfen. Damit protestiert er gegen die „kalte Enteignung“ durch die Stadt, die weder Wohnen noch Gastronomie auf seinem Grundstück erlauben will. In seiner nächsten Sitzung soll der Rat beschließen, dass auch ein Bordell ausgeschlossen ist.

Zwischen Yoksulians Gelände und dem Areal, das der Bielefelder Investor KRP-Finanz GmbH nach Teheranis Plänen bebauen will, liegt ein weiteres Grundstück, rund 8000 Quadratmeter groß und ehemals im Besitz der Firma Howinol. Nach WZ-Informationen soll es vor einigen Wochen einen Notartermin gegeben haben, bei dem die Landesgesellschaft NRW Urban das Gelände an einen österreichischen Investor verkauft hat. Dieser möchte dort Büros und ein Hotel errichten. Bei NRW Urban war dazu gestern keine Stellungnahme zu bekommen.