Bauern-Protest: Traktorkonvoi sorgt in Krefeld für Stau

Demo in Bonn : Bauern-Protest: Traktorkonvoi sorgt in Krefeld für Stau

Tausende Bauern wollen sich an Protesten in zahlreichen Städten beteiligen. Am Morgen sind zahlreiche Traktoren auch durchs Krefelder Stadtgebiet gefahren.

Der Protest der Landwirte gegen die Agrarpläne der Bundesregierung ist am Dienstagmorgen auch in Krefeld sichtbar geworden. „Der etwa zehn Kilometer lange westliche Trecker-Konvoi befindet sich gerade in Krefeld auf der Oberbenrader Straße“, teilte die Polizei Münster bei Twitter gegen 7.20 Uhr mit. Laut Angaben der Beamten konnte es zu Verzögerungen im Berufsverkehr kommen. Die Polizei Münster als zuständige „Versammlungs- und Einsatzbehörde“ für NRW betreute die Traktorkonvois auf ihrem Weg nach Bonn. Eine westliche Strecke führt über Rheine, Ahaus, Borken, Wesel, Kamp-Lintfort, Krefeld, Mönchengladbach, Grevenbroich, Frechen, Köln und Erftstadt in die Bonner Innenstadt.

Traktoren sorgen für Verkehrsbehinderungen in Oppum

Die Krefelder Polizei machte am Dienstagmorgen bei Facebook auf den Protest aufmerksam. „Ziemlich viel los auf den Krefelder Straßen aktuell. Bitte nehmen Sie Rücksicht, danke! Zur Zeit St. Anton Straße! Ruhe bewahren, ja, es gibt Verzögerungen, aber die Demo ist angemeldet“, hieß es in dem Beitrag. Trotzdem sei der Autoverkehr in Krefeld nicht stark beeinflusst worden, erklärte eine Polizeisprecherin zunächst unserer Redaktion. Um die 600 Fahrzeuge seien am Morgen im westlichen Konvoi unterwegs gewesen, erklärte ein Sprecher der Polizei Münster: „Es kommen immer wieder welche dazu, bisher wurden uns keine Besonderheiten gemeldet.“

Die Polizei in Krefeld meldete dann doch noch einen Stau auf der Heinrich-Malina-Straße in Oppum. „Einige Teilnehmer“ seien mit ihren Traktoren auf der Anfahrt von der vorgegebenen Strecke abgewichen, hieß es gegen 8.05 Uhr.

Tausende Bauern wollen in Bonn demonstrieren

Insgesamt wollen tausende Bauern am Dienstag (11.00 Uhr) in Bonn gegen die Agrarpläne der Regierung demonstrieren. Erwartet werden 8000 bis 10 000 Landwirte mit rund 800 Traktoren aus dem gesamten Bundesgebiet. „Wir möchten, dass die Politik und Verbände mit uns als Basis sprechen“, sagte Meike Schulz-Broers vom Organisationsteam des Netzwerks „Land schafft Verbindung“. In diesem haben sich Zehntausende deutsche Landwirte über Facebook und WhatsApp zusammengeschlossen.

Die Landwirte fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dazu auf, mit ihnen über aktuelle Agrar- und Klimapläne zu diskutieren. Die aktuelle Politik gefährde Familienbetriebe, warnten die Bauern. Außerdem führe „Bauernbashing“, also etwa herablassende Äußerungen über Landwirte, in vielen Bereichen zu Ärger in der Berufsgruppe. Parallel zu der zentralen Kundgebung in Bonn soll es in vielen Städten Veranstaltungen geben.

Die Bonner Polizei erwartet in der Innenstadt erhebliche Verkehrsbehinderungen. Aber auch im Umkreis werde es Auswirkungen geben, da größere - von der Polizei begleitete - Traktoren-Konvois sich auf den Weg nach Bonn machen wollen.

(pasch/dpa)
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