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Bally und Limbo bleiben im Krefelder Zoo

Ein neues Freigehege muss her : Bally und Limbo bleiben im Krefelder Zoo

Die Zukunft der beiden Schimpansen, die eigentlich nach Dänemark ziehen sollten, ist geklärt. Für den Krefelder Zoo bedeutet das jetzt einen Umbau.

Die Zukunft von Bally und Limbo ist geklärt. Die beiden Schimpansen, die als einzige den Kostenpflichtiger Inhalt verheerenden Brand in der Silvesternacht 2019/2020, überlebt haben, werden langfristig in Krefeld bleiben. Wie der Krefelder Zoo am Dienstag mitteilte, wurde diese Entscheidung in enger Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) getroffen. Im Zuge des Kostenpflichtiger Inhalt Neubaus „Artenschutzzentrum Affenpark“ plant der Zoo im ersten Bauabschnitt den Bau eines Warmhauses mit Außenanlagen, in das unter anderem die beiden Menschenaffen einziehen und mit neuen Artgenossen aus dem Zuchtprogramm vergesellschaftet werden sollen.

Die Gesamtfinanzierung des Affenparks muss jedoch nach dem aktuellen Stadtratsbeschluss zunächst in einer Investitionsplanung mit städtischen Vertretern erarbeitet werden. Die Zoofreunde Krefeld hatten hierzu in der vergangenen Woche betont, dass allmählich mehr Zug in die Planungen kommen müsse.

Bis zur Fertigstellung des Neubaus soll Bally und Limbo aber der Zugang zu einem provisorischen Freigehege im Gorilla-Garten ermöglicht werden. Eine gemeinsame Nutzung der Gorilla-Anlage von Gorillas und Schimpansen ist nicht möglich. Für die Finanzierung dieser vorübergehenden Lösung werden unter anderem die Spenden herangezogen, die nach dem Affenhausbrand eingegangen sind.

Für den Zoo ist diese Entscheidung ein wichtiges Signal, nachdem sich der seit Monaten geplante Umzug der Schimpansen in einen dänischen Zoo zerschlagen hatte. Das EEP für Westafrikanische Schimpansen hatte im Dezember 2020 den Umzug nach Dänemark empfohlen. Dort hätten Bally und Limbo eine optimale Gruppenstruktur vorgefunden, die ihren Charakteren entspricht und eine erfolgreiche Integration wahrscheinlich gemacht hätte.

 Limbo und Bally (r.) dürfen gemeinsam in Krefeld bleiben.
Limbo und Bally (r.) dürfen gemeinsam in Krefeld bleiben. Foto: Hella Hallmann

Eine Trennung von Bally
und Limbo war keine Option

Eine Trennung von Bally und Limbo war für den Zoo Krefeld nie eine Option, denn beide Tiere haben eine enge soziale Bindung zueinander entwickelt und sollten nicht getrennt werden. Dies wurde auch durch das Gutachten von Patrick van Veen vom Jane-Goodall-Institut sowie vom Veterinäramt bekräftigt. Für das EEP bestand daher die Herausforderung in der Vermittlung beider Schimpansen in dieselbe Haltung. Dies erklärt auch, warum es innerhalb des EEP derzeit keine alternativen Vorschläge gibt.

Im Zuge der Vorbereitungen stellte sich heraus, dass in dem dänischen Zoo ebenfalls größere Umbauten und Sanierungsarbeiten vor dem Transfer vorgenommen werden sollen, diese aber noch nicht finanziert sind und sich wegen der Pandemie auch stark verzögern werden. Nach einem intensiven Austausch zwischen den Zoos, zunächst eine finanzielle Lösung zu finden, wurde schließlich dieser Transfer in Abstimmung mit dem EEP ad acta gelegt und beschlossen, mit der schneller umzusetzenden baulichen Lösung – wie in den Gutachten angeführt – in Krefeld zu beginnen.

Bally und Limbo wurden Anfang des Jahres sowohl vom Jane-Goodall-Institut Global, als auch vom Veterinäramt Krefeld untersucht. In beiden Gutachten wird dem Zoo bescheinigt, dass die Schimpansen psychisch und physisch in sehr gutem Zustand sind. Alle Tierqualvorwürfe wurden umfassend widerlegt. Allerdings sollte der Zugang zu einer Freiluftanlage innerhalb von sechs bis zwölf Monaten erfolgen, sollten die Tiere bis dahin noch nicht umgezogen sein. Für den dazu notwendigen Umbau wird jetzt der Bauantrag gestellt, teilte der Zoo am Dienstag mit. Red