Ausstellung zeigt Handwerk und Design als Einheit

Ausstellung zeigt Handwerk und Design als Einheit

Im Wettbewerb um die beste Gestaltung ihrer Gesellenstücke haben 27 Nachwuchstischler die Sieger ermittelt.

Krefeld. Die Gestaltung von Möbelstücken hat einen entscheidenden Einfluss auf den Verkaufserfolg. Der Wettbewerb der Krefelder Tischlerinnung "Die gute Form - Tischler gestalten ihre Gesellenstücke" veranschaulicht die enge Verbindung zwischen Handwerk und Design.

Beurteilt wurden die Arbeiten der Auszubildenden von einer Expertenjury aus einem Professor der Bauhaus-Universität Weimar, einem Architekten, dem Schulleiter des Berufskollegs Glockenspitz, dem Obermeister der Tischlerinnung und einem Berater für Gestaltung. Die Kriterien: ein moderner Entwurf, eine eigenständige Idee, gutes Design sowie eine funktions- und materialgerechte Konstruktion.

Mit der Mediothek wurde der Ort der Ausstellung geschickt gewählt, was sich an den interessierten Besuchern ablesen ließ. "Die ausgestellten Arbeiten sind individuell gefertigte, hochwertige Möbelstücke, die man nicht von der Stange bekommt", so Obermeister Peter Flürmann. Rund 100 Arbeitsstunden stecken in jedem Teil.

Finn Bönniger, der mit einem hochmodern gestylten Schreibtisch den ersten Platz errungen hat, erzählt von seiner Idee: "Ein weniger gelungener Schreibtisch war der Grund. Ich dachte mir - das kannst du besser." Der 20-Jährige, der seine Ausbildung im elterlichen Familienbetrieb Legno in Hüls absolviert, hat die Tischplatte aus Makassar-Edelholz gefertigt, in die zwei Glaselemente als tragende Teile eingearbeitet sind. Hinzu kommt eine flache Funktionsschublade für Schreib- und Büroutensilien.

Handwerklich waren alle ausgestellten Möbelstücke hervorragend verarbeitet, so dass die angehenden Gesellen bei der bevorstehenden Prüfung keine Angst haben müssen. Bastian Krins kam mit seinem weißen Sideboard mit Palisanderfurnier auf den zweiten Platz, Markus Wozniak mit einem hängenden Sideboard in Eichefurnier auf Platz drei. Finn Bönniger darf sich Hoffnung auf weitere Ehren beim NRW- oder gar Bundeswettbewerb machen.

Studiendirektor Michael Dammer vom Berufskolleg Glockenspitz, an dem der theoretische Teil der dualen Ausbildung stattfindet, ist von den Arbeiten angetan. "Der Design-Preis ist für die jungen Leute ein Schmankerl, aber nicht Bestandteil der bevorstehenden Gesellenprüfung, bei der es nur um die Beurteilung der handwerklichen Ausführung geht." Das Fach Design gehöre zwar noch nicht zur knapp bemessenen Ausbildungszeit, wohl aber die Entwicklung der Stücke auf computergestützten Programmen.

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