App erleichtert Sehbehinderten das Bahnfahren

App erleichtert Sehbehinderten das Bahnfahren

Lumino, der Krefelder Spezialist für Fahrgastinformationssysteme, hat eine neue Anwendung entwickelt, mit der sich Fahrgäste in Bussen und Bahnen per Smartphone orientieren können.

Krefeld. In fast allen größeren deutschen Städten — wie auch in Krefeld — helfen moderne Informationssysteme des Krefelder Unternehmens Lumino den Fahrgästen im Öffentlichen Personennahverkehr, sich bei Abfahrts- und Anschlussverbindungen zu orientieren. Jetzt ermöglicht der Marktführer mit einer neuen App sowohl Sehenden als auch Sehbehinderten, aktuelle Fahrgastinfos an jeder Haltestelle aktuell abzufragen — und zwar selbst in anderen Städten.

„Einzige Voraussetzung ist, dass sich die heimischen Verkehrsbetriebe mit einer vergleichsweise geringen Investition beteiligen, damit die Fahrgäste mit Hilfe des globalen Navigationssystems GPS die gewünschten Daten per App automatisch abrufen können“, erläutert Lumino-Geschäftsführer Mario Fullert das Funktionsprinzip. Die Software wird auf einem Server des Kunden gespeichert. Die für Fahrgäste kostenlose App mit dem Namen „DyFIS Talk“ kann dann im App-Store heruntergeladen werden und ist für Smartphones Geräte spezifisch angepasst. Der Vorteil: Es genügt in Zukunft eine App, um den Service mit der jeweiligen Ortsposition in allen anderen Städten zu nutzen.

„Gerade für Blinde und Sehbehinderte haben wir die Bedienung nutzerfreundlich gestaltet“, sagt Geschäftsführer Rolf Aengenendt, der zusammen mit Fullert das expandierende Unternehmen im Europark Fichtenhain leitet. Man kann das Smartphone im wahrsten Sinn des Wortes blind bedienen, erhält die Rückmeldung per Vibration über den Daumen und wird sprachlich per „Screen Talker“ navigiert. Das segensreiche System ist eine Entwicklung von Lumino unter Mitwirkung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV).

Mario Fullert, Lumino-Geschäftsführer

„In Lübeck ist das Talk-System seit Januar 2018 im Einsatz und hat laut Radio NDR eingeschlagen wie eine Bombe“, berichtet Fullert. Seit kurzem setze auch die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel erfolgreich darauf mit dem Ziel, es im ganzen Land zu etablieren. „Als nächstes werben wir um die Verkehrsbetriebe in den Städten von Nordrhein-Westfalen, weil wir natürlich auch in unserer Heimat mit unserer innovativen Technik präsent sein wollen.“

In Krefeld profitieren Fahrgäste zum Beispiel von bis zu 60 Fahrgastinformationssystemen wie Bahnsteiganzeigern und Informationsstelen, ebenso wie in den Nachbarstädten Essen und Duisburg. Sie alle sind bereits mit der Steuerungssoftware DyFIS ausgestattet und können diese um die Talk-Version mit der neuen App als Mehrwert für ihre Fahrgäste ergänzen.

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