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Anwohner fordern Antworten zum Surfpark am Elfrather See in Krefeld

Surfpark : Anwohner fordern Antworten zum Surfpark am Elfrather See

Die Bürgerinitiative „Biene“ will sich für den Erhalt des Naherholungsgebietes Elfrather See einsetzen und mit Politik und Stadt ins Gespräch kommen zum geplanten Surfpark.

Sie sind nicht gegen den geplanten Surfpark am Elfrather See. Sie möchten aber wissen, wie er geplant und geregelt wird und ob die Auswirkungen auf das erhaltenswerte Naturschutzgebiet bedacht sind, wenn das Sportangebot verwirklicht wird. „Sie“ steht für die Mitglieder der Bürgerinitiative „Biene“, der „Bürgerinitiative Erhaltung Naherholungsgebiet Elfrather See“. Den Verbund gibt es seit zwei Wochen; 100 Mitglieder zählt er. Einige hätten Fragen zum Vorhaben an die Stadt gestellt, aber keine klaren Antworten bekommen, erklärt ihr Sprecher Thilo Storck.

„Wir haben die Initiative gegründet, um bei Gesprächen mehr Gewicht zu besitzen. Denn wir haben das Gefühl, dass die Stadt das Gespräch mit uns auf die lange Bank schieben möchte“, sagt Storck. „Dabei sind wir nicht gegen den geplanten Surfpark. Wir wollen nur wissen, was dort genau passiert, möchten unsere Fragen beantwortet wissen.“ Die Befürchtungen, die die Mitglieder von „Biene“ äußern: „Verschluckt eine Riesenwelle alle anderen Sportarten wie Fußball, Tischtennis, Basketball oder Rollhockey am Elfrather See? Werden sie auch künftig kostenlos zugänglich sein? Bleibt das Naherholungsgebiet den Krefeldern erhalten, auch den Hundebesitzern, die dort gerne spazieren gehen?“

Angst vor „flächenfressendem Betonmonstrum“

Es sei davon auszugehen, dass der Surfpark nur von einem kleinen Teil der Krefelder Bevölkerung genutzt werde. Dementsprechend seien Nutzen und Mehrwert fraglich, sagen die engagierten Bürger. „Wir befürchten ein flächenfressendes Betonmonstrum. Besucherzahlen und Rentabilität wurden bisher nur vom Projektentwickler geschätzt. Weiterhin haben wir Angst, was während und nach der Bauphase mit Natur und Tierwelt passiert. Das Naturschutzgebiet muss erhalten werden.“ Es sind vor allem Anwohner von Asberger Straße, Reitweg und Umgebung, die sich sorgen. „Das Verkehrschaos ist vorprogrammiert“, finden sie. Denn das Verkehrskonzept sei hinsichtlich von Verkehrsfluss, -führung und -menge unrealistisch. Die Belastung umliegender Anliegerstraßen durch Parken, Anreise- und Lieferverkehr groß, ebenso wie die zusätzliche Feinstaub und Stickoxid-Belastung im Naherholungsgebiet für alle Nutzer.

Storck gibt zu bedenken: „Selbst wenn der Verkehr über die Autobahn und über die Abfahrt Moers/Kapellen geleitet wird, führt das Navi die Nutzer über den Reitweg. Dann wackeln die Hauswände durch die Dauerbelastung.“ Schließlich sei die Boden-Belastung in der Nähe des früheren Bergbaugebietes Moers groß. Der Verkehr vor der Haustür sei schon jetzt erheblich, auch ohne Surfpark. Der Durchgangsverkehr nutze bereits den Reitweg. „Wir soll der Verkehr geregelt werden, wenn die angedachten 200 000 Besucher zum Surfpark fahren?“, fragt der Sprecher der neu gegründeten Initiative . „Auf alle diese Fragen gibt es keine Antworten. Wir würden aber gerne in den Dialog treten mit Politikern und Verwaltungsmitgliedern.“