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Anwohner beklagen Rodung

Anwohner beklagen Rodung

Die Stadt hat Sträucher wegen zerkratzter Autos entfernt.

Uerdingen. Sie kamen in einer Nacht und Nebelaktion, die Mitarbeiter des Grünflächenamts, und holzten tagsüber auf einer öffentlichen Fläche An der Tränke zwei hochgewachsene Büsche ab. Sehr zum Missfallen von Uwe Hötter, der sich vergangenes Jahr deswegen bei der WZ meldete. Denn über das Vorhaben der Rodung wurden weder er noch andere Anwohner der Straße informiert, erzählt er.

Nun reichte die Stadt Krefeld nach ewigem Hin- und Her endlich eine Erklärung ein. Am Tag der Rodung wurden die anzutreffenden direkten Anwohner von einem Mitarbeiter der Stadt Krefeld über die Umwandlung informiert, heißt es in dem Schreiben. Diese sollen sich erleichtert über die Maßnahme gezeigt und sich bei dem Mitarbeiter bedankt haben. Denn die Straße werde beidseitig beparkt, weshalb Parkende durch die Enge der Straße gezwungen seien, ihr Auto sehr nah am Bordstein abzustellen. Hier sollen die ein bis drei Meter hohen Sträucher gestanden haben, die zudem mit stark durchsetzt mit schnellwachsenden, dornigen Robiniensämlingen bestückt gewesen seien.

„Sowohl in 2017, als auch in den Vorjahren kam es zu mehrfachen Bürgerbeschwerden in Bezug auf die Strauchfläche und auch zu Lackbeschädigungen und abgefahrenen Spiegeln an den auf der Strauchseite abgestellten Autos“, erklärt die Stadt. Deshalb habe sich der Fachbereich Grünflächen und Tiefbau dazu entschieden, die Fläche von 120 Quadratmetern Gesamtfläche nach Beendigung der Vogelschutzzeit zu roden und in eine Rasenfläche umzuwandeln.

Nur merkwürdig, dass keiner der direkten Nachbarn die Version der Stadt bestätigen kann. „Ich habe bei allen nachgehakt, die wussten von nichts“, erklärt Uwe Hötter. Und auch der dort gepflanzte Rasen macht für ihn wenig Sinn. „ Es ist eher eine Hundewiese, auf der jede Menge „Hinterlassenschaften“ liegen.“ Daher hat die Stadt Krefeld einen Kompromiss vorgeschlagen und ihn auch in dieser Woche umgesetzt: In dem Beetabschnitt vor dem Haus der Familie Hötter sind nun niedrige, langsamwachsende Sträucher gepflanzt worden, die laut Stadt langfristig keine Probleme mit Überhängen verursachen sollen. „Ob das jetzt so eine gute Lösung ist, sei dahin gestellt“, sagt Uwe Hötter. „Mal schauen, wie das Ergebnis aussieht, wenn alles blüht.“