Geldinstitut: Alle Filialen sollen erhalten bleiben

Geldinstitut : Alle Filialen sollen erhalten bleiben

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist die Geschäftsführung mit der Entwicklung 2015 sehr zufrieden. Zahl der Mitglieder gestiegen.

Krefeld. Wenn am 5. April die Vertreterversammlung zusammentritt, kann die Volksbank Krefeld mit positiven Zahlen aufwarten. Die Bilanzsumme ist 2015 um ein Prozent auf 1,615 Milliarden Euro gewachsen, die Zahl der Mitglieder auf 40788 gestiegen. Als Dividende will man eine Ausschüttung von 6 Prozent vorschlagen.

Angesichts von Niedrigzinsphase und Regulierungswut im Bankenmarkt sei das Ergebnis allerdings leicht gesunken - von 1,16 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme auf 1,06 Prozent, sagt Vorstandschef Klaus Geurden. Während die niedrigen Zinsen alle treffen, sieht Geurden die Genossenschaftsbanken und Sparkassen durch die Regulierungswut von EU und EZB im Nachteil gegenüber den Großbanken.

Fünf Mitarbeiter seien ausschließlich mit der Umsetzung regulatorischer und gesetzlicher Vorgaben beschäftigt: „Kleine, nicht das Gesamtsystem gefährdende Genossenschaftsbanken tragen überflüssige Lasten“, klagt Geurden und nennt als Beispiel, dass für Kredite ab 25 000 Euro über 100 Datenfelder auszufüllen seien. Dagegen wollen sich Sparkassen und Genossenschaftsbanken gemeinsam wehren.

Die EU-Einlagensicherung führe dazu, dass riskante Geschäftsmodelle durch die Banken abgesichert würden, die solide Geschäftsmodelle verfolgen, sagt Geurden: „Das bedeutet Wettbewerbsverzerrungen zulasten der soliden Mittelstandsfinanzierer, ein Mehr an Kosten und ein Weniger an Finanzmarktstabilität.“

Ein weiterer Kostenfaktor sei das Münzgeld. Eine EU-Richtlinie sieht vor, dass Münzen auf Echtheit und Zustand geprüft werden müssen. Dies könne nur durch zertifizierte Mitarbeiter und Geräte geschehen. Das habe dazu geführt, dass das Sortieren und Bündeln - nach entsprechenden Investitionen — nur noch in der Hauptstelle durchgeführt wird. 78 Tonnen Münzgeld sind dort 2015 insgesamt angekommen. Die Volksbank setzt in diesen Zeiten auf intensive und individuelle Beratung, sagt Geurden.

In der Zeit niedriger Zinsen seien Wertpapiere und Immobilien eine Alternative. Entsprechend konnte die Bank in diesen Bereichen zulegen. Bei den Wertpapieren und Fonds gab es eine Steigerung um 48 Millionen auf 542 Millionen Euro.

Bei der Finanzierung privat genutzten Wohnraums ermöglichte die Bank 65 Häuser oder Eigentumswohnungen mehr als im Vorjahr. Im vorigen Jahr arbeiteten 351 Mitarbeiter - davon 36 Azubis — in den 21 Geschäftsstellen und haben über 95 000 Kunden betreut. Bei der Zahl der Geschäftsstellen sei keine Veränderung geplant, sagt Geurden.

Das Jahr 2016 steht im Zeichen des 125-jährigen Bestehens der Bank, die jetzt seit gut einem Jahr ihre Zentrale im neuen Gebäude an der Dionysiuskirche hat. Jeden Monat wird es eine besondere Aktion geben, der Erlös geht an wohltätige Zwecke.

Aber auch 2015 hat die Bank fast 500 Projekte mit knapp 400 000 Euro unterstützt. Zudem komme der Region auch die Volksbank als Steuerzahler zugute. Insgesamt 4,6 Millionen Euro wurden 2015 gezahlt, 1,4 Millionen davon in Krefeld.

Mehr von Westdeutsche Zeitung