Alexianer: Wie Kliniken sich auf Unglücke vorbereiten

Alexianer: Wie Kliniken sich auf Unglücke vorbereiten

Zentrum für Psychotraumatologie hat Empfehlungen zum Umgang bei chemischen, atomaren und Bio-Gefahren erarbeitet.

Krefeld. Bei Unglücksfällen folgt für die Betroffenen auf den ersten Schock manchmal noch ein weiterer: Wenn sie etwa bei einer Explosion von Chemikalien oder Erregern getroffen worden sind, dann werden sie im Krankenhaus vom Personal in Schutzanzügen empfangen. Denn sofern eine Dekontamination am Unglücksort noch nicht möglich war, erfolgt diese im Krankenhaus. Dabei muss sich das Personal vor den Gefahren schützen, gleichzeitig aber auch auf die psychische Ausnahmesituation eingehen, in der sich die Patienten befinden.

Hier beschreitet das Alexianer-Krankenhaus neue Wege. Seit 2005 befasst sich das dort angesiedelte Zentrum für Psychotraumatologie mit dem psychosozialen Krisenmanagement bei speziellen Schadenslagen — solchen, in denen chemische, biologische, radiologische oder nukleare Gefahren (CBRN) bestehen. Dies geschieht im Rahmen eines Projektes, das das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und das Technische Hilfswerk initiiert haben. Die Förderung der EU, in deren Genuss die Krefelder kommen, endet diesen Monat, sagt Prof. Robert Bering, Chefarzt des Zentrums für Psychotraumatologie.

Die Vorschläge und Empfehlungen, die die Krefelder erarbeitet haben, seien im Alexianer-Krankenhaus und in zwei Kliniken der Alexianer in Berlin erfolgreich umgesetzt worden, berichtet Bering. In ganztägigen Schulungen wurde das Personal darin unterrichtet, wie es bestmöglich auf Patienten aus so genannten CBRN-Lagen vorbereitet ist. Denn nicht nur die Betroffenen eines solchen Unglücks befinden sich in einer psychischen Ausnahmesituation, auch für das Krankenhauspersonal handelt es sich um einen seltenen Extremfall.

„Unser Konzept bieten wir in Schulungen an“, sagt Bering. Dabei gehe es um einfache und klare Sprache, das Erläutern von Maßnahmen, zu vermitteln, dass man die Kontrolle hat. „Den Mitarbeitern der Krankenhäuser wird so eine Hilfestellung gegeben“, sagt Bering. Darüber hinaus könnten die Einrichtungen Pläne entwickeln, wie sie sich auf eine solche Situation vorbereiten müssen.

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