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Aktionsbündnis: „Integration ist keine einseitige Sache“

Aktionsbündnis: „Integration ist keine einseitige Sache“

Das Aktionsbündnis fordert ein Ende der Benachteiligung von Ausländern.

Krefeld. „Integration ist keine einseitige Sache“, erklärt Pfarrer Albert Koolen vom Katholikenrat der Region Krefeld-Meerbusch sein Engagement für ausländische Mitbürger, die von der Ausländerbehörde benachteiligt würden. „Auch die Aufnahmegesellschaft muss ihren Teil dazu beitragen.“ Der Pfarrer vertritt das Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie in einem Aktionskreis von 30 vorwiegend türkischen Organisationen.

In einem Forderungskatalog an Politik und Verwaltung haben sie aufgelistet, was abgestellt werden muss und welche Folgen die personelle Unterbesetzung an der Hansastraße hat. Koolen: „Es kann nicht sein, dass Menschen aus Nicht-EU-Ländern wegen der oft monatelangen Wartezeiten ihre Arbeitsverträge nicht verlängern können, weil sie keine gültige Aufenthaltsgenehmigung vorlegen können. Das ist unzumutbar.“

Viele Familien, führt der Geistliche weiter an, könnten aus diesen Gründen in diesem Jahr nicht in den geplanten Urlaub fahren. Auch Pilgerreisen, für muslimische Gläubige sehr wichtig, könnten nicht angetreten werden. Reisen in dringenden Fällen, etwa bei Beerdigungen oder Hochzeiten, seien häufig ebenfalls nicht möglich.

Noch ernster aber sei das Problem bei der Bewilligung von Hartz-IV-Leistungen oder Kindergeld. Koolen: „Kein Aufenthaltstitel, keine Bewilligungen, kein Geld.“

„Probleme für Menschen mit Pässen fremder Länder entstehen auch bei Polizeikontrollen, bei Kredit- und Bankangelegenheiten oder schlicht bei Klassenfahrten“, erklärt Koolen.

Mehr als 200 Menschen waren am Montag vor das Rathaus gezogen, um dagegen zu protestieren. „Das wird aber nicht reichen, um dauerhaft etwas zu verbessern bei der Behörde“, meint Koolen.

Vielmehr müsse überlegt werden, wie die betroffenen rund 15 000 Menschen in Krefeld zu einer deutlicheren Stimme finden. Koolen: „Wir haben am Montag Weltanschauungen, ethnische und religiöse Unterschiede beiseitegelassen. Das muss so bleiben, damit unser Kreis noch größer und lauter wird. Am Donnerstag um 16 Uhr treffen wir uns vor dem Seidenweberhaus zur Ratssitzung wieder.“ et