Aggressivität aus der Opferperspektive

Aggressivität aus der Opferperspektive

Pädagogen können sich im Studieninstitut Niederrhein qualifizieren lassen.

Krefeld. Eine schmale, dunkle Gasse. Plötzlich stehen zwei große Gestalten im Weg, pöbeln, schubsen, bedrängen. Eine Situation, die ganz sicher niemand erleben möchte. Und die doch beinahe alltäglich zu sein scheint. Wie man sich in einer solchen Situation allein durch Körpersprache durchsetzen kann, ganz ohne Kampfkünste, das und vieles mehr zeigen die beiden Sozialpädagogen und Deeskalationstrainer Andreas Sandvoß und Ulrich Krämer in einem rund einjährigen "Anti-Gewalt-Training", das vom Studieninstitut Niederrhein regelmäßig angeboten wird.

Die 15 Qualifizierungsteilnehmer - allesamt pädagogische Fachkräfte wie Lehrer, Mitarbeiter der Jugendhilfe, Bewährungshilfe, dem Strafvollzug, der Kinder- und Jugendpsychiatrie - sollen dabei vor allem sich selbst gut kennenlernen. Wie reagiere ich in Stresssituationen? Signalisiere ich Stärke oder präsentiere ich mich als Opfer? "Ich muss mich sowohl in den Täter als auch in das Opfer reindenken können. Ein positives Menschenbild ist außerdem sehr wichtig, genauso wie natürlich die Bereitschaft, mit gewaltbereiten Jugendlichen zu arbeiten", sagen die Experten. Nur dann können alle etwas für sich und ihre Arbeit mitnehmen. Und tatsächlich berichten die Absolventen - am Ende des Seminars gibt es ein Zertifikat, das sie befähigt, selbst kompetent Trainings für gewaltbereite Kinder und Jugendliche durchzuführen - von ihren positiven Erfahrungen durch das Umsetzen des Erlernten in ihrem beruflichen Alltag.

Im Januar beginnt die nächste Staffel, einige Plätze für das "Anti-Gewalt-Training" sind noch frei. Info beim Studieninstitut Niederrhein, Theaterplatz1, Ruf 861370.