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Ärger und Verwirrung wegen ausgebuchter Corona-Impftermine in Krefeld

Coronavirus in Krefeld : Ärger und Verwirrung wegen ausgebuchter Impftermine

Die Corona-Lage in Krefeld: Weiter Probleme bei der Impfterminvergabe, zwei neue Todesfälle und eine Tagung des Stadtrats am Donnertsag unter verschärften Schutzbedingungen.

Das große Chaos vom ersten Tag gab es am Dienstag nicht mehr, doch rund lief die Vergabe der Impftermine für die über 80-jährigen auch am Dienstag nicht. Immerhin: An Tag 2 kamen offenbar mehr Krefelder per Mail oder Anruf bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein durch. Doch was sie da erfuhren, war meist ernüchternd.

So berichtet WZ-Leser Rudolf Reuter: „Ich war überrascht, dass ich auf der Homepage für die Corona-Impftermine reingekommen bin, aber dann ploppte auf meinem Bildschirm eine Übersicht über die Monate Februar und März auf, wonach alle Tage schon ausgebucht sein sollen“, sagt der 82-Jährige. Später sprach er auch noch eine Sachbearbeiterin an der Telefon-Hotline (0800 116 117 01) ; „Auch Sie sagte mir nur: ,Tut mir leid, ich kann Ihnen keinen Termin anbieten’, fügte aber hinzu, ich könne es nächste Woche noch einmal versuchen.“ Tatsächlich teilte die KV Nordrhein mit, dass auch an den nächsten Tagen und Wochen sukzessive neue Impftermine eingestellt würden. Allerdings immer abhängig davon, wie viel Impfstoff verfügbar ist. 

Auch Herbert Böhmann ist verärgert: „Telefonisch war wieder kein Weiterkommen. Und im Internet hieß es im Kalender  sofort:  ,Keine Termine mehr verfügbar’, und dabei blieb es.“ Er schlägt vor, die Termine nach Jahrgängen zu vergeben: „Erst meldet sich nur  die Gruppe der über 85-Jährigen an, die Woche darauf nur Ü84, danach Ü83 und so weiter, das hätte besser funktioniert.“

In neun Krefelder Pflegeheimen wurde noch gar nicht geimpft

Am Mittag äußerte sich auch OB Frank Meyer  und verwies darauf, dass die Stadt keinerlei Einfluss auf die Terminvergabe habe: „Ich hoffe sehr, dass es nun bald besser wird und möglichst viele Menschen einen Termin im Impfzentrum  bekommen.“ Denn die Coronalage in Krefeld sei weiterhin kritisch:  „Das Infektionsgeschehen befindet sich auf einem viel zu hohen Niveau“. Insofern sei es viel zu früh, darüber zu reden, was wann wieder öffnen kann, so Meyer.  

Am Dienstag wurden in Krefeld zwei neue Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert (insgesamt sind es damit 101). Infiziert sind aktuell 561 Krefelder, die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 111,7. In Krankenhäusern werden weiterhin 44 Menschen mit Covid behandelt, sieben auf Intensivstationen.

Laut Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen sind etwa 2500 Pflegeheimbewohner geimpft, 500 davon bereits zwei mal. In neun Heimen aber wurde noch gar nicht geimpft. Mehr Impfstoff sei nicht in Sicht, Lauxen berichtete von nur 887 Dosen, die Krefeld pro Woche erwarten dürfe.

Unterdessen bereiten sich Verwaltung und Politik auf eine umfangreiche Ratssitzung vor, die am 4. Februar (ab 16 Uhr) im Seidenweberhaus stattfindet. Meyer berichtete von konstruktiven, fairen Gesprächen mit allen Fraktionen und dem Ziel, die Ansteckungsgefahr im Rat möglichst gering zu halten – und damit auch die Redezeiten. So würden nur unbedingt nötige Punkte behandelt wie die Einbringung des Haushaltsentwurfes für das laufende Jahr. Alle Teilnehmer der Sitzung erhalten eine FFP2-Maske und sollen einen Corona-Schnelltest vorab machen können. Allerdings ist die Tagesordnung mit 44 Punkten trotz allem umfangreich.