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Achtung Autofahrer: Schüler lernen das Radfahren

Achtung Autofahrer: Schüler lernen das Radfahren

An der Grundschule Buscher Holzweg war es soweit, unter Aufsicht der Polizei bewegen sich Viertklässler durch den Straßenverkehr.

Traar. Mit dem Fahrrad links abzubiegen, einen Slalom zu fahren und bei wechselnden Untergründen stetig die Balance zu halten ist für Grundschüler eine Herausforderung. Timo Nauen fährt gerne und viel Fahrrad. „Slalom fahren kann ich gut, dafür ist es für mich nicht leicht, über nasse Untergründe zu fahren“, sagt der Achtjährige. Um die Kinder fit für den Straßenverkehr mit allen Gefahren zu machen, finden jährlich Radfahrprüfungen für Viertklässler statt.

Achtung Autofahrer: Schüler lernen das Radfahren
Foto: abi

Die Kinder lernen dabei spielerisch, wie sie sich in gefährlichen Situationen verhalten müssen. Die Prüfungen erstrecken sich in Krefeld über einen Zeitraum von Ende April bis Anfang Juni. An der Grundschule am Buscher Holzweg war jetzt soweit. Am liebsten fährt er mit seinen Freunden im Stadtwald. „Einmal bin ich einen Berg runter gefahren und war zu schnell“, berichtet Timo, „Gott sei Dank ist nichts schlimmes passiert.“

Manuela Letzeller, Polizistin

Durch die Radfahrprüfung fühlt er sich für die nächsten anstehenden Fahrradtouren sicherer und gut vorbereitet. Lara Molls geht es da ähnlich. Die Neunjährige fährt gerne um den Elfrather See oder zur Eisdiele. Auch da bleiben Gefahrensituationen, in denen sie auf dem Fahrrad mal scharf bremsen muss, nicht aus.

Bereits vor einem halben Jahr begannen die Vorbereitungen für die Verkehrsprüfung. Ein abschließender Test im Rahmen des Sachunterrichts entschied, ob die Kinder zur praktischen Prüfung zugelassen sind. An Timos und Laras Schule haben alle Kinder den Test bestanden. „Es ist wichtig, dass jedes Kind die allgemeinen Verkehrsregeln kennt und beherrscht,“ betont Konrektorin Emily Carr, die auch Verkehrsfachberaterin für Krefeld ist und die Prüfungen seit zehn Jahren begleitet. Situationen wie die Einfahrt in einen Kreisverkehr, der tote Winkel bei einem Lkw oder die Hindernisumfahrung gehören zum Fahrrad-Alltag dazu. Alles Dinge, die in der Prüfung thematisiert werden.

Mit Hindernissen auf der Strecke ist auch Mick Julien mit seinem Mountainbike oft konfrontiert. „Ich mag es nicht so gerne, im Stadtwald über Wurzeln zu fahren“, erzählt der Zehnjährige. An Straßen abbiegen kann er dafür um so besser. Um an der praktischen Prüfung teilnehmen zu dürfen, muss jedes Fahrrad verkehrstauglich sein. Polizist Gottfried Wolters ist für die technische Abnahme zuständig und nahm jedes Rad genaustens unter die Lupe. Auch der Sitz des Helmes ist wichtig. Wenn nichts am Fahrrad fehlt, gibt es die Fahr-radplakette.

Am Tag der Prüfung wurde von Lehrern und Eltern ein Parcours auf dem Schulhof aufgebaut, um die motorischen Fähigkeiten zu prüfen. Danach ging es für die 52 Schüler auf die Straße. Insgesamt elf Lehrer und eine Polizistin besetzen die Kontrollposten.

Manuela Letzeller begleitet seit knapp drei Jahren Radfahrprüfungen für Grundschüler. „Die Schüler haben oftmals Probleme beim Linksabbiegen“, erklärt die Polizistin. Am Kontrollposten achtet sie dem-nach besonders auf das mehr-malige Umschauen, das linke Handzeichen und das Einordnen in die Mitte der Straße. 15 Minuten dauert eine Runde durch Traar, unter anderem über die viel befahrene Moerser Landstraße.

Dieses Jahr wurde die Strecke zum ersten Mal verändert. Grund dafür ist ein Stoppzei-chen, das seit kurzer Zeit an einer anderen Stelle steht. Ob die Kinder bestanden haben, erfahren sie nach der Abschlussbesprechung. „Der Fahrradpass ist für die Kinder wie ein richtiger Führerschein“, erklärt Carr. Sie ist die Verkehrsfachberaterin für Krefeld und begleitet die Prüfungen seit zehn Jahren. Lara, Mick und Timo sind schon auf das Ergebnis der Radfahrprüfung gespannt und können es kaum erwarten.