Abwasser, Straßenreinigung und Co. Diese Gebühren in Krefeld steigen – und diese nicht

Krefeld · Bei Abwasser, Straßenreinigung und Co. steigen die Gebühren in Krefeld, in anderen Bereichen bleiben sie stabil oder sinken sogar. Ein Überblick.

 Die Friedhofsgebühren steigen um durchschnittlich neun Prozent.

Die Friedhofsgebühren steigen um durchschnittlich neun Prozent.

Foto: Bischof, Andreas (abi)

Vor allem die zuletzt erheblichen Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst sorgen nun dafür, dass einige Gebühren im nächsten Jahr ansteigen. Fasst man die monatlichen Gebühren für Müll, Abwasser, Straßenreinigung und Winterdienst zusammen, so ergibt sich eine Steigerung von 7,1 Prozent, ein Musterhaushalt muss statt 117, 65 Euro (2023) dann rund 126 Euro aufwenden. Das ergibt sich aus der Gebührenkalkulation des Kommunalbetriebes Krefeld (KBK), der am Dienstag dem Stadtrat zur Billigung vorgelegt wurde.

Am Mittag erläuterte KBK-Vorstand Andreas Horster gegenüber der Presse die Zahlen und Tarife. Seine wichtigste Feststellung: „Wir müssen nun die erste nennenswerte Erhöhung einiger Gebühren seit sieben Jahren vornehmen. Trotz der schon 2022/23 gestiegenen Kosten im Bausektor und für Personal, konnten wir die Belastung deckeln.“ Tatsächlich lag die durchschnittliche Gebührenbelastung 2018 genau wie 2023 durchschnittlich bei etwa 117, 60 Euro. Wie bereits letzte Woche berichtet, entwickeln sich die einzelnen Gebühren unterschiedlich. Hier ein Überblick:


Abfall: Gute Nachricht für die Krefelder: Die Gebühren für die Müllabfuhr bleibt stabil – und das seit nun schon vier Jahren. Ein Musterhaushalt mit bis zu acht Personen zahlt für die 120-Liter-Restmülltonne bei wöchentlicher Leerung mit 527,28 Euro sogar etwas weniger als 2023, wenn man selbst dei Tonne an die Straße stellt; wird die Tonne von der GSAK an die Straße gebracht, kostet es künftig 627 Euro (bislang: 621,12) im Jahr.

Horster sagte, die Bürger könnten die Gebühr indirekt durchaus ein wenig beeinflussen. Eventuell durch eine noch genauere Mülltrennung, auf jeden Fall aber dadurch, dass sie keinen „wilden“ Müll im öffentlichen Raum hinterlassen, der dort weggeräumt werden muss.


Abwasser: Durch Rücklagen in Höhe von mehr als 16 Millionen Euro konnten die Abwassergebühren von 2020 bis 2023 sogar gesenkt werden, damit ist es nun vorbei, weil die Überdeckung aus Vorjahren nicht mehr gibt. Zudem steigen die Betriebskosten um 5,4 Prozent an, was unter dem Strich zu einer Erhöhung von 12,5 % (Niederschlagswasser) bis 13,2 % (Schmutzwasser) führe. Aber: Aufs Jahr gerechnet zahlt ein normaler Haushalt 2024 dann laut KBK 826,40 Euro für Abwasser im Jahr – 2016 aber war es sogar noch ein Euro mehr (827,40).


Straßenreinigung: Hier erhöhen sich die Gebühren um durchschnittlich 3,8 Prozent, der Berechnungsmeter kostet ab Januar 11,40 Euro. Hier schlagen laut KBK eigentlich nur die höheren Personalkosten bei der GSAK, die die Straßen im Auftrag des KBK reinigt, nach der Tariferhöhung zu Buche.


Winterdienst Die Gebühr für die Räumung von Schnee und Eis hingegen sinkt deutlich, im Schnitt um 20 Prozent. Einfache Erklärung: Durch die zuletzt mehrfach sehr milden Winter, wurden Betriebskosten eingespart und Rücklagen angelegt, die nun an die Gebührenzahler zurückgegeben werden.

Friedhofsgebühren: Hier steigen die Gebühren dagegen um durchschnittlich neun Prozent an. Horster führt dafür gestiegene Personal- und Materialkosten für die Grünpflege (Wege und Flächen zwischen den Grabstätten), zugleich habe es erneut weniger Bestattungen gegeben. Und: Der Trend weg von der Sarg- hin zur Urnenbestattung halte an. In der Konsequenz heißt das: Ein Sarg-Wahlgrab kostet inklusive der Kosten für die Bestattung, Trauerhalle und Nutzungsrecht künftig 5030 (2023: 4587) Euro; für ein Urnenreihengrab zahlt man entsprechend 2269 (2023: 2095) Euro.

In Krefeld gibt es den großen Haupt- und zehn kleinere Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 1,27 Millionen Quadratmetern. Immer größere Grünflächen werden durch immer weniger Sarggräber frei, weshalb sich die Stadt Gedanken um neue Nutzungen mache, sagte Horster. Dabei gehe es aber nur um sensible, ortsangemessene Aktivitäten, denkbar seien Umgestaltungen hin zu offenen Parks.

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