Abschied nach 36 Jahren - Lehrerin Elisabeth Völlings hinterlässt Spuren

Bodelschwingh-Schule Krefeld : Abschied nach 36 Jahren - Lehrerin Elisabeth Völlings hinterlässt Spuren

Die Lehrerin Elisabeth Völlings wird nach 36 Jahren an der Bodelschwingh-Schule verabschiedet. Zu ihrem Abschied möchte Völlings noch ein Projekt umsetzen.

Sie war zwar „nur“ vier Jahre Schulleiterin, aber Elisabeth Völlings hat an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule tiefe Spuren hinterlassen. Fast vier Jahrzehnte war sie Lehrerin an der Förderschule mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung und hat das Profil der Schule geprägt. „Chefin zu sein, das war nie der Plan – Sie wollten immer nur  die Freiräume haben, Schule zu gestalten. Wenn es in den vergangenen 36 Jahren für die Bodelschwingh-Schule auf irgendeine Weise nach vorne ging, dann waren Sie nicht weit“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer bei der Verabschiedung der beliebten Pädagogin. Als Beispiele nannte er ein frühes Inklusionsprojekt mit lernbehinderten und nicht lernbehinderten Kindern an der Südschule, das Pilotprojekt „Selbständige Schule“, die Einrichtung der Berufspraxisstufe am Standort Alte Flur und die Neugestaltung des Schulhofs und der Schulgärten.

Völlings ist in Krefeld aufgewachsen und hat ihr Abitur am Ricarda-Huch-Gymnasium abgelegt. Sie studierte an der Pädagogischen Hochschule Köln mit einer Spezialisierung auf dem Thema Lernbehinderung. Dass ihre erste und letzte berufliche Station nach dem Referendariat eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung war, nämlich die Bodelschwingh-Schule, entsprang alleine dem Zufall. „Doch 36 Jahre später muss man sich wohl eingestehen: Genau so sollte es sein – Sie waren ein Glücksfall für diese Schule, und umgekehrt gilt wohl dasselbe“, sagte Meyer.

In Völlings Amtszeit als Schulleiterin,die 2015 begann, ist die Bodelschwingh-Schule um 30 Prozent gewachsen. An der Breslauer Straße kam ein dritter Standort hinzu. Für viele Schüler, die an der Regelschule Schwierigkeiten haben, ist das besondere Konzept eine Chance, den Weg ins weitere Leben positiv zu gestalten. Dank der Kooperationen mit Unternehmen gelingt aus der Schullaufbahn heraus sogar die Integration in den Arbeitsmarkt.

Der Oberbürgermeister lobte das Konzept: „Es ist Elisabeth Völlings gelungen, ein Bewusstsein für die Besonderheiten und Potenziale ihrer Schule zu schaffen: Das ‚Bodel-B‘ auf der Kleidung oder der Mütze tragen ihre Schülerinnen und Schüler mit Stolz. Bodelschwingh-Schule – das darf selbstbewusst klingen, bloß nicht nach übertriebener Fürsorge oder gar Mitgefühl. Wer auf die Idee kommt, Schülerinnen und Schüler Ihrer Schule als ‚arme Kinder‘ abzustempeln, der bekommt schnell Gegenwind: ‚Das sind keine armen Kinder, die sind nur anders drauf‘, erklärt dann die Schulleiterin persönlich.

Am Ende gilt hier das gleiche große Ziel wie an jeder Schule: Die Kinder sollen lernen, auf eigenen Füßen zu stehen und ihr Leben selbst zu meistern.“

Zu ihrem Abschied möchte Völlings noch ein Projekt umsetzen: Auf dem Dach des Standorts Alte Flur wird im Rahmen einer Energiegenossenschaft eine Solaranlage entstehen. „Ich finde, das ist ein wunderbares Bild für Ihr Wirken an dieser Schule: 36 Jahre lang waren Sie hier ein zuverlässiges, starkes Energiezentrum – was wäre da passender, als mit Ihrem Weggang ein Energiezentrum anderer Art zu hinterlassen?“, sagte Meyer.

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