Ab in die große, weite Welt

Ab in die große, weite Welt

Die Bürgerstiftung vergibt jährlich Sprachstipendien. Acht Schüler berichten über ihre Erfahrungen im Ausland.

China, Thailand, Malta, Amerika: Acht Krefelder Schüler sind in den vergangenen Wochen und Monate auf großer Entde-ckungstour gewesen. Acht weitere Stipendiaten sind noch auf Reisen in Nicaragua oder Amerika. Möglich waren diese Reisen mit Hilfe und Unterstützung von der Bürgerstiftung Krefeld. Bei einem Treffen mit Oberbürgermeister Frank Meyer konnten die Schüler im Rathaus über ihre Erfahrungen im Ausland berichten. Dieser zeigte sich begeistert. Auch Jugenddezernent Gregor Micus ist von dem Projekt angetan. „Was die Bürgerstiftung fördert, ist fantastisch“, sagt er stolz.

Die Rückmeldungen der Jugendlichen fallen positiv aus — und zwar so positiv, dass alle am liebsten sofort wieder hinfahren würden. Der 16-jährige Paul Finke hat sich für Thailand entschieden und dort neue Freunde gefunden, die er irgendwann noch mal besuchen möchte. Auch für die Zukunft kann er sich vorstellen, später im Ausland zu arbeiten. „Das Leben in Bangkok ist vollkommen anders als in Deutschland“, erzählt der Schüler des Gymnasiums Moltkeplatz. „Schüler tragen Schuluniformen zur gleichen Frisur und Uhr.“ Das Lernen der neuen Sprache hat ihn nicht daran gehindert, für elf Monate nach Thailand zu reisen. Thailändisch hat er zusammen mit einer Lehrerin und einer französischen Austauschschülerin vor Ort gelernt, denn „wer Thailändisch spricht, wird dort anders angesehen.“

Dorothea und Charlotte Littgen waren für 16 Tage in den USA auf einer Partnerschule der Marienschule in Krefeld. Eine Highschool mit elektrischen Geräten einer amerikanischen Großfirma und Fast Food gehörten für die meisten dort zum Alltag. Stipendiatin Philine Smidt war für insgesamt vier Monate in Kanada auf einer kleinen Insel bei Vancouver. In der Schule wurde großen Wert auf kreative Arbeit gelegt. „Berge, Wälder, Meer: Die Natur Kanadas ist sehr vielfältig“, schwärmt die 16-Jährige. Laut Philine sind Kanadier sehr offen und freundlich. „Oft bekommt man auf der Straße einfach so Komplimente“, erzählt sie. Auch Celina Walter, Schülerin des MSM Gymnasiums, reiste nach Vancouver. Von sich selber sagt sie, dass sie an der Sprachreise gewachsen ist.

Da kann die 16-jährige Stipendiatin Irene Tshibangu nur zustimmen. Ihr Abenteuer in China hat sich gelohnt. Auch wenn es nur zwei Wochen waren, hat sie neben Peking oder der Chinesischen Mauer viel gesehen und gelernt. Ihre Gastfamilie hat Irene herzlich empfangen und integriert. Somit fiel ihr der Abschied sehr schwer.

Die Vertreter der Bürgerstiftung sind zufrieden und von den Erlebnissen der Stipendiaten begeistert. „Die Familien sollen die Austauschschüler unterstützen und bereit sein, neuen Erfahrungen entgegenzutreten“, sagt Margot Erbslöh, Gründungsmitglied der Stiftung. Schließlich ist es nicht einfach, wenn man zum Teil so lange Zeit weg von Zuhause ist. Der Fokus der Reise wird auf das Lernen der Sprache gesetzt. Wer Interesse bekommen hat, kann sich für ein diesjähriges Sprachreisestipendium auf der Homepage der Bürgerstiftung Krefeld bis zum Ende der Osterferien bewerben. Einfach das Formular ausfüllen und ein Bewerbungsschreiben einreichen. Zehn Stipendien können unter den Bewerbern vergeben werden. Da die Nachfrage letztes Jahr nicht hoch war, konnten dieses Jahr mehr Stipendien vergeben werden.

Dass die Zeit im Ausland eine Bereicherung ist, beweisen die acht bereits zurückgekehrten Stipendiaten: Die Welt ist groß, und die Bürgerstiftung hat mit den Stipendien neue Türen geöffnet.

buergerstiftung-krefeld.net

Mehr von Westdeutsche Zeitung