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650 Jahre Krefeld: Wie war es 1956 in der Rheinlandhalle?

Krefelder erzählen ihre Geschichten : KR65+ – Das ist die neue Video-Serie zum Stadtjubiläum 650 Jahre Krefeld

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So war es 1956 in der Rheinlandhalle in Krefeld

Die WZ präsentiert anlässlich des Stadtjubiläums 650 Jahre Krefeld die Video-Serie „KR65+“. Hier erzählen Krefelder ihre besonderen Geschichten. Los geht es mit einer Erinnerung an die Rheinlandhalle im Jahr 1956.

Es sind Geschichten, die das Leben schreibt. Eine handelt von einem Kinderspiel mit dramatischem Ausgang am früheren Primus Palast, dem Kino an der Lewerentzstraße. Eine andere berichtet von einem besonderen Kommunion-Geschenk und eine weitere von einem Paar, das sich beim Tanzen kennen und lieben lernte und das nun 60 Jahre verheiratet ist.

Verschiedene Menschen erzählen im Podcast „KR65+“, den Jörg Enger mit der Westdeutschen Zeitung ins Leben gerufen hat und der ab dem 16. Januar läuft, aus ihrer Kindheit oder Jugend in der Stadt. Das besondere: Die Protagonisten sind über 65 Jahre alt. Dies ist sicher ein gelungener Beitrag zum 650. Stadtjubiläum.

Der Krefeld-Geburtstag in diesem Jahr soll ein Fest für alle werden. Die Bürgerschaft ist aufgerufen, aktiv und engagiert daran teilzuhaben. Jedoch nicht nur als Besucher bei Veranstaltungen, sondern auch als Ideengeber.

Die persönlichen Geschichten zählen, nicht das Weltgeschehen

Solch ein kreativer Krefelder Kopf ist Jörg Enger. Der Mann, dessen berufliche Liebe Oldtimern gehört, hatte unter anderem mit Freunden das Electric Mushroom Festival aus der Taufe gehoben, die Sommerkonzerte im Stadtgarten organisiert und steht für den Internettalk „Lott ens schwaade“. „Für das Stadtjubiläum habe ich zudem ein Kochbuch in Arbeit, mit alten Familienrezepten neu interpretiert.“ Er bezeichnet sich selbst als „Universalamateur“, der zwar nichts Neues erfindet, aber bekannten und teilweise vergessenen Themen neues Leben einhaucht.

Der 54-Jährige hat sich nun mit der Westdeutschen Zeitung zusammengeschlossen und veröffentlicht mit ihr im Podcast „KR65+“ Videos, die mindestens das ganze Jahr über gesendet werden. „Die Idee ist gemeinsam mit Schauspieler und Autor Rüdiger Höfken Anfang vergangenen Jahres bei einem gemütlichen Treffen im Hof entstanden“, sagt Enger. „Uns interessieren dabei die kleinen, ganz persönlichen Geschichten und nicht das Weltgeschehen.“ In den Videos berichten eingesessene und zugereiste Krefelderinnen und Krefelder über Erlebnisse aus ihrer persönlichen Zeit, der Kindheit und Jugend. Spannend ist das, informativ, manchmal anrührend und immer mit viel Herz.

Gordon Binder-Eggert, der Redaktionsleiter der WZ in Krefeld, sagt dazu: „Der Podcast ,KR65+‘ passt hervorragend zum Programm des Stadtjubiläums, dessen Konzept darauf basiert, dass Krefelder für Krefelder besondere Veranstaltungen organisieren und durchführen. Mit dem Podcast greifen wir genau dieses Motto auf. Die Krefelder dürfen sich auf viele spannende und humorvolle Anekdoten freuen.“ 

Krefelder können sich für neue Folgen des Podcasts melden

Da ist beispielsweise die Geschichte der Erstkommunion direkt nach dem Krieg. Enger: „Da bekamen zwei Jungen zu diesem Festtag ein Ei als Geschenk – wohlgemerkt eins für beide. Und sie freuten sich. Das macht demütig.“

Oder die furchtbare Begebenheit, als Jungen beim Spielen am früheren Primus Palast eine Munitionskiste fanden und mit dem Inhalt spielten. „Zwei der fünf Burschen starben dabei. Die anderen versteckten sich aus Angst in Lehmheide und trauten sich erst abends nach Hause. Deren Eltern waren glücklich, die Kinder unversehrt in den Arm nehmen zu können.“

Da ist die Tatsachengeschichte, dass andere Jugendliche verbotenerweise auf einem Trümmergrundstück im Nordbezirk spielten, weit weniger schlimm. „Damit niemand etwas merkte, haben wir uns anschließend bei einem Kohlenhändler zusätzlich schmutzig gemacht“, heißt es.

Eine liebevolle Erzählung hat eine Frau parat. Sie lernte ihren Mann – wie so oft damals – beim Tanzen kennen. Das war in Haus Blumenthal. Beide sind heute noch verheiratet und feierten jüngst Diamantene Hochzeit. 

Enger: „Ich bin sicher, dass es noch mehr Krefelderinnen und Krefelder gibt, die ihre Geschichten erzählen möchten. Sie sind herzlich willkommen. Es geht um das, was die Leute zu dem damaligen Zeitpunkt entdeckt und gefühlt haben, wie das Leben damals war.“ Da sei die Abi-Feier UdU ebenso spannend wie die erste Zigarette, wo die Lieblingspuppe verloren wurde oder die Lehre begann. 

Die Videos werden außerhalb der Geschäftszeiten bei Gleumes aufgenommen. Enger: „Dort richten wir dann immer ein kleines Aufnahmestudio ein. Die Sendedauer ist jeweils rund drei Minuten, eine Zeit, in der viel erzählt werden kann. Die WZ bietet die Plattform.“