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43 bestätigte Corona-Fälle – Krefeld schließt jetzt auch Spielplätze

Coronavirus : 43 bestätigte Corona-Fälle – Krefeld schließt jetzt auch Spielplätze

Die Situation in Krefeld ist laut Stadt jetzt kritisch. Gaststätten dürfen deshalb nur noch bis 15 Uhr öffnen.

In Krefeld sei die Situation nun kritisch, betonte Oberbürgermeister Frank Meyer am Dienstagmittag bei der inzwischen täglich stattfindenden Pressekonferenz im Rathaus. Dem Fachbereich Gesundheit sind in Krefeld insgesamt 43 nachgewiesene Fälle von Corona-Virus-Infektionen gemeldet, sieben mehr als noch am Montag. Diese Sieben sind Mitarbeiter des Helios-Klinikums. Noch in der Nacht auf Dienstag seien von Kollegen des Gesundheitsamtes und der Klinikleitung Sofortmaßnahmen besprochen worden. Das Krankenhaus sei voll betriebsfähig und geöffnet (lesen Sie dazu auch „Sieben Mitarbeiter des Helios mit dem Corona-Virus infiziert“ auf dieser Seite).


Zahl der Infizierten Sechs Personen werden stationär, davon ein Patient intensiv-medizinisch, behandelt. Die restlichen 36 sind in häuslicher Quarantäne. Seit der Öffnung des Diagnosezentrums an der Schwertstraße am Freitag haben sich bis Stand Montag insgesamt 202 Personen testen lassen. Am Montag waren es bereits 89. „Ein Drittel mehr als ursprünglich zahlenmäßig angesetzt“, sagt Dirk Hagenräke vom Fachbereich Gesundheit. Die Zahl der Abstriche in den Krefelder Hausarzt-Praxen sei nicht mitgerechnet. Da die Symptome ähnlich sind, wie die der Atemwegserkrankungen, die im Frühjahr verstärkt auftreten, sind viele Menschen verunsichert.

„Gut verständliche Informationen zum Corona-Virus bekommt man im Internet beim Robert-Koch-Instituts und auf der Seite der Stadt“, erklärt Dezernentin Beate Zielke (siehe bit.ly/3d5bWv7). Ebenso wie unter dem zusätzlichen Infotelefon der Stadt unter der Rufnummer 02151/ 8622 22. Seit Dienstag übernehmen 21 Mitarbeiter zu den üblichen Verwaltungszeiten diesen Service. Das Telefon des zentralen Diagnosezentrums (02151/ 8619 70 0) sollte nur von denjenigen Krefeldern genutzt werden, die Krankheitssymptome haben, in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu Infizierten hatten und deshalb abklären möchten, ob sie einen Termin zu einem Abstrich benötigen.

Was ist zu tun bei Verdacht? Dirk Hagenräke rät bei einem ersten Verdacht auf Corona sich zunächst eigene Quarantäne zu verordnen und mögliche Symptome abzuwarten und zu beobachten. „Messen Sie morgens und abends Ihre Temperatur, das ist ein eigenes körperliches Frühwarnsystem“. Bei weiteren Symptomen wie Husten sollte das Diagnosezentrum kontaktiert werden, aber auch die Rücksprache mit dem Hausarzt sei möglich. Ein Test zu diesem Zeitpunkt sei genauer als zu Beginn einer möglichen Infektion. Etwa zwei Tage dauere es nach einem Abstrich bis zum Befund. „Bei einem positiven Bescheid rufen wir automatisch an“, sagt Hagenräke, aber auch bei einem verneinenden Befund. „Zeitlich zwar etwas später; dennoch bleibt niemand hier im Regen stehen“, versichert er. Vorrangig sei abzuklären, wer tatsächlich infiziert ist und nicht, wer es nicht sei.

Derzeit hält es der Gesundheitsingenieur noch für relativ unwahrscheinlich, dass man bei einem Gang über die Hochstraße in Krefeld einen Corona-Infizierten treffe.

Maßnahmen gegen Neuinfektionen Diese Wahrscheinlichkeitsannahme bleibt aber nur so lange so, wie die Kurve der Neuinfizierten auch nur schwach ansteigt. Damit dieses Ziel erreicht wird, trifft die Stadt Krefeld weitere Sicherheitsmaßnahmen. Neben der bereits erfolgten Schließung von Kita, Schulen und öffentlichen Einrichtungen und Absage von Veranstaltungen sind jetzt auch alle Gremien-Sitzungen bis zum Ende der Osterferien abgesagt worden. Es finden keine Ausschüsse statt. Politisch lahmgelegt ist die Stadt jedoch nicht, wie der Oberbürgermeister betont. Nicht verschiebbare wichtige Entscheidungen können per Dringlichkeitsbeschluss getroffen werden. Die Fraktionsvorsitzenden-Konferenz soll vor den Osterferien wieder tagen, ob persönlich oder via Videokonferenz ist noch offen.

Schließung von Spielplätzen und Gaststätten Ab Mittwoch gelten weitere Verschärfungen im öffentlichen Leben. Zur Eindämmung des Corona-Virus hat die Landesregierung beschlossen, dass unter anderem Bolz- und Spielplätze geschlossen werden und Gaststätten frühestens ab 6 zu öffnen und spätestens ab 15 Uhr zu schließen sind. Der Erlass ist am späten Dienstagnachmittag bei der Stadt eingegangen.

Trotz der neuesten Ankündigung der Bundeskanzlerin zu weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens will die Stadt erst handeln, wenn auch entsprechende Erlasse vorliegen. „Wir wollen bei den Krefeldern nicht für zusätzliche Verwirrung sorgen, sondern konkret handeln, wenn der rechtliche Rahmen klar ist“, so Meyer. Bei Schließungen von Kitas und Schulen habe das gut geklappt.