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200 Spenden für Flüchtlinge

200 Spenden für Flüchtlinge

Wolfgang Merkel ist beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft für den Kirschkamperhof.

Krefeld. Eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebt derzeit Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel (SPD). Der Verberger hatte in unserer Zeitung aufgerufen, für die vor Karneval angekommenen Flüchtlinge auf dem Kirschkamperhof zu spenden. Mehr als 200 Anrufe erreichten ihn. Die ausgeräumte Garage war in den vergangenen Tagen bis zum Rand gefüllt.

„Wir können nichts mehr entgegennehmen. Die Flüchtlings sind jetzt gut versorgt“, sagt Merkel. Das, was jetzt noch da sei, wird er an die zentrale Sammelstelle weiterleiten, damit auch noch später ankommende Flüchtlinge in den Genuss der Spendenaktion kommen.

Besonders beeindruckt zeigt sich Merkel von den Geschichten, die die Spender ihm am Telefon oder persönlich erzählt haben. „Ein älterer Herr vom Frankenring verschenkt sein Fahrrad, mit dem er bis nach Santiago de Compostela gefahren ist. Aus Uerdingen kam ein Reisebettchen, in dem noch vor kurzem ein Enkelkind schlief, wenn es in Krefeld zu Besuch war“. Aus Bockum erhielt er Bilderbücher, aus Traar einen Karton mit Kuscheltieren.

„Das ist gelebte Solidarität, die es verdient hat, gute Schlagzeilen zu machen. Krefeld ist nicht Pegida, Krefeld ist solidarisch,“ so der Sozialdemokrat. In den kommenden Wochen will sich der Bezirksvertreter außerdem bei all denen per Brief bedanken, mit denen er in den vergangenen Tagen telefoniert hat und deren Spenden er nicht mehr annehmen konnte.

Der Kirschkamperhof ist ein ehemaliger Bauernhof, der seit 1982 eine christliche Freizeitarbeit beherbergt. Die Bezirksvertretung Düsseldorf hatte wegen des starken Zustroms von Flüchtlingen den Trägerverein als Unterkunft angefragt. Bereits vor zwei Wochen haben die ersten Familien ihr Quartier bezogen. Die Stadt stellt Betrieb, Betreuung, Verpflegung und medizinische Untersuchung der Flüchtlinge sicher. Die Bezirksregierung übernimmt die Kosten. Die Nutzung ist bis zum 14. März befristet. Dann beginnt dort der Jugendferienbetrieb.