Krefeld: 18-Jähriger sticht Bekannten in Traar nieder und stellt sich

Krefeld : 18-Jähriger sticht Bekannten in Traar nieder und stellt sich

Krefeld. Ein 17-jähriger Krefelder befindet sich am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr auf dem Weg zum Elternhaus eines Freundes, als er von einer maskierten Person angegriffen und durch Messerstiche schwer verletzt wird.

Der Täter flüchtet, stellt sich am Montagnachmittag aber der Polizei. Das Opfer kann gerettet werden.

Als die Ermittler am frühen Montagnachmittag durch die Veröffentlichung des Namens und eines Bildes den Fahndungsdruck auf den mutmaßlichen Täter erhöhen wollen, meldet sich ein Familienmitglied des 18-Jährigen bei der Polizei.

Kurze Zeit später geben die Ermittler bekannt: Die Fahndung nach dem Flüchtigen wird zurückgenommen. Der 18-jährige Tatverdächtige stellt sich am Montagnachmittag der Polizei. Gegen 17 Uhr vermeldet die Staatsanwaltschaft, dass gegen den jungen Mann Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen wird.

Oberstaatsanwalt Axel Stahl sagt: „Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass die Tat mit Heimtücke ausgeführt wurde.“ So soll der Täter mit dem Opfer seit Jahren bekannt sein und es unter einem Vorwand zu sich nach Hause gelockt haben. „Der Beschuldigte hat eine teilgeständige Einlassung zur Tat, nicht aber zum Motiv abgegeben“, sagt Stahl.

Auf dem Weg zu seinem Bekannten soll das Opfer aus einem Gebüsch heraus angegriffen worden sein. Dabei könnte es vor der Messerattacke auch zum Einsatz von Pfefferspray gekommen sein. Nach WZ-Informationen soll das Opfer bis zuletzt nicht an einen Angriff auf sein Leben geglaubt haben und demnach den Täter gebeten haben, nach den ersten Stichen, den Notarzt zu alarmieren. Daraufhin soll das Opfer dem Täter sein Handy gereicht haben, in der Annahme, dieser würde nun von ihm ablassen und den Rettungsdienst verständigen.

Doch stattdessen soll der 18-Jährige das Handy ins Feld geworfen und weiter auf sein Opfer eingestochen haben, bevor er flüchtete. Der 17-Jährige konnte sich schwer verletzt zu einer Straße begeben, wo er eine Autofahrerin anhielt, die ihn bis zu einer Eisdiele an der Moerser Landstraße brachte.

Dort kümmerten sich weitere Helfer um den schwer verletzten Mann, bis die Rettungskräfte eintrafen. Der Mann schwebte zwischenzeitlich sogar in Lebensgefahr. Nach der Versorgung im Krankenhaus konnten die Ärzte aber Entwarnung geben. „Lebensgefahr besteht nicht mehr“, teilte die Polizei am Montag mit.

Bei der Fahndung nach dem Täter kamen unter anderem auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera und Suchhunde zum Einsatz. Bereits am Montagvormittag aber vermuteten die Ermittler den Mann nicht mehr in unmittelbarer Nähe des Tatortes. Die Hintergründe der Tat blieben am Montag unklar.

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