Gottesdienst und Empfang zum Jubiläum Notfallseelsorge feiert Jubiläum

Kreis Viersen · Den letzten Ausschlag für die Notfallseelsorge-Gründung gab das Zugunglück von Eschede mit mehr als 100 Toten im Jahr 1998.

Notfallseeslorger sind dabei, wenn Rettungskräfte ausrücken und Tragödien passiert sind.

Notfallseeslorger sind dabei, wenn Rettungskräfte ausrücken und Tragödien passiert sind.

Foto: dpa/Norbert Försterling

Wenn ihre Mitarbeiter kommen, geht es um Tragödien: Mit einem Gottesdienst und einem Empfang wird am Freitag, 12, April, das Jubiläum der Notfallseelsorge Kreis Viersen-Krefeld unter dem Motto „25 Jahre ökumenische Notfallseelsorge in Krefeld“ begangen. Gottesdienst (Beginn ist 18 Uhr) und Empfang finden in der Hauptfeuer- und Rettungswache, Zur Feuerwache 4, statt, der Empfang ist im Foyer der Wache.

Leitspruch der Arbeit ist „Erste Hilfe für die Seele“. Notfallseelsorger sind mit zur Stelle, wenn Rettungsdienst oder Polizei in den Einsatz ausrücken und schlimme Dinge passiert sind. Die Notfallseelsorger sind da, „um Betroffenen, Angehörigen, Augenzeugen und Einsatzkräften seelischen Beistand zu geben und Handlungsfähigkeit wiederherzustellen,“ heißt es in der Einladung zum Jubiläum.

Die 30 Notfallseelsorger, die zurzeit ihren Dienst tun, arbeiten meist ehrenamtlich „Sie bieten Trost, wenn oft kein Trost mehr möglich ist“, schreibt der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) in einem Grußwort für die Festschrift zum Jubiläum, „es geht in erster Linie um menschliche Zuwendung für Angehörige oder unmittelbar Betroffene: Es geht um Zuhören, Dabeisitzen, Dasein. Oft kann es schon helfen, gemeinsam zu schweigen oder eine Tasse Tee zu kochen. Hauptsache, man bleibt nicht allein mit der Trauer und Verzweiflung.“

Solche Situationen sind auch für die Mitarbeiter seelisch belastend, auch wenn sie in einer mehrmonatigen Ausbildung darauf vorbereitet werden. Christine Grünhoff, Pfarrerin und Kuratoriumsvorsitzende der Notfallseelsorge, dankt daher nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch deren Angehörigen, dass sie den teils aufreibenden Dienst mit nächtlichen Alarmen und der Begegnung mit erschütternden Schicksalen mittragen.

Der Begriff Notfallseelsorge wurde Anfang der 1990er-Jahre geprägt, 1997 entstanden die ersten Konzepte in Zusammenarbeit von evangelischer und katholischer Kirche. Das Zugunglück in Eschede 1998 mit mehr 100 Toten gab den Ausschlag, eine flächendeckende Einrichtung für seelsorgliche Begleitung von Unfallopfern, Augenzeugen, Ersthelfern und Einsatzkräften zu etablieren. Die Ökumenischen Notfallseelsorge Krefeld–Viersen nahm am 1. September 1999 ihren Dienst auf – mit 29 Notfallseelsorgern. Träger sind der Evangelische Kirchenkreis Krefeld-Viersen und das Bistum Aachen. Heute besteht die Notfallseelsorge aus 26 ehrenamtlichen und vier hauptamtlichen Helfern aus beiden Konfessionen.

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