Köln: Schwere Unfälle durch alkoholisierte E-Scooter-Fahrer

Alarmierende Wochenendbilanz : Schwere Unfälle durch alkoholisierte E-Scooter-Fahrer in Köln

Die Kölner Polizei zog eine alarmierende Bilanz für das vergangenen Wochenende. Vier Menschen wurden bei Unfälle mit E-Scootern zum Teil schwer verletzt. Zudem waren 16 Fahrer alkoholisiert unterwegs.

Die Kölner Polizei schlägt Alarm. Allein am vergangenen Wochenende haben sich in der Domstadt vier E-Scooter-Fahrer bei Stürzen zum Teil schwere Verletzungen zugezogen. Bei acht von 16 „Alkoholfahrten ohne Verkehrsunfall“ zeigten die Vortests mehr als 1,1 Promille an. Selbst ein 15-Jähriger war am späten Sonntagabend mit rund 1,3 Promille auf einem E-Scooter unterwegs, teilte die Polizei am Montag mit.

Bei den schweren Unfällen war zum Teil ebenfalls Alkohol im Spiel. So verlor am frühen Samstagmorgen ein 24-jähriger Mann auf dem Gehweg die Kontrolle über den E-Scooter und zog sich beim Sturz einen Kiefernbruch zu.

Am Samstagnachmittag stürzte ein 25-Jähriger so schwer, dass er mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus kam.

Am Abend erfasste ein 30-jähriger Autofahrer eine auf dem Radweg fahrende E-Scooter-Fahrerin (33), als er gerade aus einer Hofzufahrt fuhr.

In der Nacht zu Sonntag stürzte ein offenbar alkoholisierter 29-jähriger Tourist beim Überfahren einer Mittelinsel. Ein Atemalkoholvortest ergab einen Wert von rund 1,4 Promille.

Die Beamten leiteten Strafverfahren ein und beschlagnahmten Führerscheine.

E-Scooter zunehmend in Kritik

Elektro-Tretroller sind seit Juni in Deutschland zugelassen. Mehrere Anbieter stellen die kleinen Fahrzeuge seither in etlichen Städten zum Ausleihen zur Verfügung. Die Roller dürfen zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben. Fahren müssen E-Tretroller auf Radwegen. Gibt es keine, müssen sie auf die Fahrbahn. Obwohl dafür viel Zeit gewesen wäre, sei der öffentliche Raum nicht vorbereitet worden auf die neuen Verkehrsteilnehmer, kritisierte Grünen-Verkehrspolitiker Matthias Gastel.

Ende Februar sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unserer Redaktion, die Elektro-Tretroller seien „eine echte zusätzliche Alternative zum Auto, ideal etwa für die letzte Meile von der U- und S-Bahn oder Bushaltestelle nach Hause oder zur Arbeit“. Inzwischen hat jedoch auch der Minister erkannt, dass einiges aus dem Ruder läuft: Scheuers Sprecher wiederholte am Montag die Aufforderung an die Kommunen, härter bei Verstößen durchzugreifen.

(red/dpa/has)