1. NRW

Kirchenkantor Achim Maertins geht in den Ruhestand

Kirchenkantor Achim Maertins geht in den Ruhestand : Ein Leben für die Musik

Kirchenkantor Achim Maertins geht in den Ruhestand. Er kam in den späten 70ern und erinnert sich an eine Zeit des Aufbruchs.

Die Orgel bleibt seine große Leidenschaft. Das vielfältige Instrument fasziniert Kantor Achim Maertins bereits seit frühester Jugend. Über drei Jahrzehnte hat er damit die Kirchenmusik in der Evangelischen Gemeinde Vohwinkel geprägt. Jetzt beginnt für den 65-Jährigen ein neuer Lebensabschnitt. Ab November tritt er seinen Ruhestand als Kirchenkantor an. Musikalisch wird er aber weiterhin aktiv bleiben. „Das kann ich mir auch gar nicht anders vorstellen“, betont Maertins.

Das Herz des Kantors schlägt für Bach und Mendelssohn Bartholdy

Neben der Orgel will er sich verstärkt der Kammermusik widmen. Als ehemaliger Kreiskantor ist er in Wuppertal und über das Stadtgebiet hinaus gut vernetzt. „Es wird sicherlich viele Gelegenheiten zur Zusammenarbeit geben“, so der passionierte Organist und Pianist. Auch auf dem Cembalo fühlt er sich musikalisch zu Hause. Seine Aufgabe als Vohwinkeler Kantor behält er in guter Erinnerung. „Das war eine sehr erfüllende Zeit, in der ich besonders die verbindende Kraft von Kirchenmusik geschätzt habe“, sagt Achim Maertins. Er lobt die Offenheit der Menschen im Stadtteil und ihre große Anteilnahme am Gemeindeleben. „Ich fühle mich mit meiner Familie hier sehr wohl und wir werden Vohwinkel erhalten bleiben“, verspricht der Kantor.

Aufgewachsen ist er in Freiburg im Breisgau, wo seine Familie ihn früh förderte. „Schon meine Großmutter war sehr musikalisch“, erzählt Achim Maertins, der im Kindesalter mit dem Klavier begann. Besonders prägend war für ihn die Möglichkeit, als Jugendlicher im Freiburger Münster die riesige Orgel spielen zu können. „Das war eine überwältigende Erfahrung, die ich nie vergessen werde“, so Maertins. Schon damals gab er erste Kirchenkonzerte, bei denen einmal sogar der Erzbischof anwesend war. „Meine Eltern saßen zitternd vor Aufregung im Publikum“, erinnert sich der Kantor.

Im Anschluss an seine Schulzeit studierte er Kirchenmusik an den Musikhochschulen in Freiburg und Düsseldorf. Nach dem Abschluss 1984 folgte zwei Jahre später das Konzertexamen im Fach Orgel. Die Zeit im Rheinland führte Achim Martins zusammen mit seiner Frau und den gerade geborenen Kindern Ende der 80er Jahre schließlich nach Vohwinkel.

In den 1980ern kam er nach Vohwinkel -und bleibt jetzt auch

„Die Gemeinde war damals deutlich größer als heute und es gab sehr viel zu tun“, berichtet der Kantor. Ihm gefiel die Aufbruchsstimmung im Stadtteil, zu der er mit großem Einsatz selbst beitrug. Dazu gehörte die Leitung der Heinrich-Schütz-Kantorei, benannt nach einer der wichtigsten historischen Persönlichkeiten für die Chormusik. „Wir sind mit hohem musikalischen Anspruch an die Arbeit herangegangen“, sagt Maertins. Weihnachtsoratorien und Schubert-Messen zogen viel Publikum an. Das Herz des Kantors schlägt für Johann-Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy. Er ist offen für populäre Musik etwa aus dem Musicalbereich. „Ich habe keine Berührungsängste“, so der Kantor.

Ihm habe gerade der musikalische Austausch mit jungen Menschen großen Spaß gemacht, sagt er. Für das Amt des Kirchenkantors wird es laut Gemeindeleitung eine Nachfolge geben, die möglichst bald bekanntgegeben werden soll. Bereits in ihr Amt eingeführt wurden Bettina Dähnick als neue Pfarrerin für den erweiterten Bezirk Bremkamp und Matthias Stempfle als neuer Diakon der Gemeinde.