Karneval in Köln - Unfälle, Anzeigen wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung

Karnevals-Auftakt : Karnevalsauftakt in Köln: Unfälle, Anzeigen wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung

Mit Riesenandrang hat in den rheinischen Hochburgen der Karneval begonnen. In Köln überschatteten mehrere Zwischenfälle die Feierlichkeiten.

In den rheinischen Hochburgen hat am Sonntag die närrische Zeit begonnen. Besonders in Köln herrschte Riesenandrang. Zentrale Orte wie der Heumarkt und der Neumarkt oder die Zülpicher Straße mussten zeitweise wegen Überfüllung für den Publikumsverkehr geschlossen werden.

Wie die Stadt am Sonntag mitteilte, kam es zu einer angezeigten Vergewaltigung und mehreren sexuellen Belästigungen. Alle Tatverdächtigen seien von der Polizei ermittelt worden.

Überschattet wurden die Feierlichkeiten außerdem durch zwei Unfälle. Am Heumarkt wurden zwei Person verletzt. Das teilt die Kölner Polizei auf Twitter mit. Demnach seien die beiden Jecken auf einen Technikturm geklettert - und beide hinunter gestürzt. Eine Sprecherin der Stadt erklärte, dass der 22-Jährige sich an der Wirbelsäule verletzt hat, er wird im Krankenhaus behandelt.

In der Zülpicher Straße wurde ein 25-Jähriger schwer verletzt, als er aus dem dritten Stock eines Hauses auf ein Vordach stürzte.

Bis 18.00 Uhr meldete die Kölner Feuerwehr den Angaben zufolge 405 Rettungseinsätze - zum Teil auch mit Notarzteinsätzen. Dies seien allerdings deutlich weniger als noch im Vorjahr, als zu diesem Zeitpunkt bereits 560 Einsätze gemeldet worden seien.

Vergangenes Jahren waren in Köln zum Karnevalsauftakt massive Sauf-Exzesse beklagt worden. Rathauschefin Reker hatte dies als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet. Der Karneval gehöre zum Kulturgut der Stadt, doch „was wir im vergangenen Jahr erleben mussten, hatte nichts mehr mit Kultur zu tun“.

Dieses Jahr soll nun vieles anders und besser gemacht werden. Dabei setzt die Stadt laut Reker auf eine „Mischung aus Ordnungsmaßnahmen, künstlerischem Angebot und Aufklärung“. Zu den Maßnahmen gehören mehr Toiletten, die Ausweitung einer Glasverbotszone, ein direkter Draht zwischen Gastronomiebetrieben und Koordinierungsstab im Rathaus, Programmbühnen auch außerhalb der Altstadt und sehr viele Ordnungskräfte.

In Düsseldorf wachte um 11.11 Uhr der Traditionsschelm Hoppeditz von den Toten auf - am letzten Aschermittwoch hatte man ihn zu Grabe getragen. Auch in Bonn und Aachen wurde ausgiebig gefeiert.

Das Wetter war nicht so schlimm wie erwartet: Es war zwar bewölkt, aber es regnete nicht. Das hat wohl noch Kurzentschlossene dazu bewegt, doch noch rauszugehen - der Andrang war sehr groß, Zehntausende waren in der Altstadt. Bands wie Kasalla oder Höhner standen auf der Bühne. Bei den Kostümen setzten die Karnevalisten mal wieder auf bunte Kreativität: Männer kamen als Feen verkleidet, andere als Bushaltestelle. Hinzu kamen Klassiker-Verkleidungen wie Leoparden, Clowns und Piloten. Ein Renner war ein rotes Bankräuber-Kostüm aus der Netflix-Serie „Haus des Geldes“.

(red/dpa)