Karneval in Düsseldorf Kölner Dreigestirn trinkt Altbier mit dem Düsseldorfer Oberbürgermeister

Düsseldorf · Beim Besuch im Düsseldorfer Rathaus gab es für die Porzer Tollitäten auch eine Geschichtsstunde – unter dem Gemälde der Schlacht von Worringen.

Beim Besuch des Dreigestirns aus Köln-Porz bei Düsseldorfs Oberbürgermeister Keller wurde auch das Thema Eingemeindung nicht ausgespart.

Beim Besuch des Dreigestirns aus Köln-Porz bei Düsseldorfs Oberbürgermeister Keller wurde auch das Thema Eingemeindung nicht ausgespart.

Foto: Oliver Auster

(oa) Ein Kölner Dreigestirn, das Alt im Düsseldorfer Rathaus trinkt: Denkwürdige Szenen spielten sich am Dienstag im Schatten der Jan-Wellem-Statue im gleichnamigen Festsaal ab. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) empfing Prinz, Bauer und Jungfrau aus Köln-Porz. Keller verlieh den Domstädtern seinen Orden – der dieses Jahr passenderweise das Motto „Helaaf“ hat.

Die Wortschöpfung aus „Helau“ und „Alaaf“ dürfte für manchen Düsseldorfer Karnevalisten schwerer zu schlucken sein als ein Kölsch. Schaut man sich den Orden (gestaltet von Jacques Tilly) genauer an, küssen sich darauf auch noch Düsseldorfs Schlossturm und der Kölner Dom. Tilly habe so das Sessionsmotto „Wat et nit all jöwt“ hervorragend umgesetzt, so Keller. Der Künstler habe auch extra seine  Verbindung „in die Nachbarstadt im Süden so noch mal aufgegriffen“, so der OB.

Keller war vor seiner Wahl Stadtdirektor in Köln und hatte – wie er im Jan-Wellem-Saal gestand – auch früher schon eine mehrjährige Episode in der Domstadt gehabt. Immerhin: „Porz ist aus Düsseldorfer Sicht ja eh nicht auf der Schäl Sick, sondern der richtigen Rheinseite.“

Der rechtsrheinische Besuch aus Köln (kam nach leichten Navi-Problemen gleich mit fünf Autos vorgefahren) war sichtlich erfreut über den Empfang im Rathaus. Das war dem Dreigestirn in der eigenen Stadt bislang nicht vergönnt. Der erkältete Prinz Peter krächzte – wenige Tage nach einem Besuch des Dreigestirns im Berliner Kanzleramt: „Ich hab’ dem Olaf Scholz meine Stimme nicht gegeben, aber meine Stimme bei ihm gelassen“. Ein Alt später klang der Prinz schon wieder besser.

Eingetütet hatten den Besuch bei Keller die beiden Kölner Landtagsabgeordneten Jochen Ott (SPD) und Florian Braun (CDU), beides Duz-Freunde des OB. Sie begleiteten das Dreigestirn. Ott erinnerte daran, dass Porz im kommenden Jahr 50 Jahre Eingemeindung in Köln feiert: Dabei könnte sich Porz doch „auch mehr an Düsseldorf orientieren!“

Eine Eingemeindung nach Düsseldorf? Da warf sich CDU-Politiker Braun dann doch dazwischen. Er erinnerte aber daran, dass sein letztes Rathaus-Treffen mit Keller noch in Köln war: „Damals warst du mein Standesbeamter und hast mich vermählt.“

Im Düsseldorfer Jan-Wellem Saal erklärte Keller den Kölner Narren noch das riesige Wandgemälde mit der Schlacht von Worringen – die gar nicht der Ursprung der Fehde zwischen den beiden Städten gewesen sei. Und er hatte auch noch eine Brauchtumsanekdote über Jan Wellem auf dem Zettel: „Als Karnevalist war er nicht bekannt, aber er war zweifacher Schützenkönig.“

Prinz Peter, Bauer Olaf und Jungfrau Meike fuhren vom Rathaus weiter in den Landtag. Dort empfing Präsident André Kuper am Dienstag zahlreiche Tollitäten aus ganz
NRW.