Viele Reaktionen im Netz Karl Lauterbach verteidigt SPD-Gruppenfoto - und liefert Drosten-Selfie

Die SPD-Fraktion präsentiert sich stolz, nach einem Gruppenbild im Bundestag gibt es aber Nachfragen. Nun hat Karl Lauterbach sich dazu geäußert - und sorgt selber mit einem Selfie für Aufsehen.

 Dieses Gruppenfoto hatte für Aufsehen gesorgt. Ganz rechts unten ist Karl Lauterbach mit Masken zu sehen.

Dieses Gruppenfoto hatte für Aufsehen gesorgt. Ganz rechts unten ist Karl Lauterbach mit Masken zu sehen.

Foto: dpa/Michael Kappeler

Gute Stimmung herrschte unter den 206 neuen und wiedergewählten Abgeordneten der SPD. Sie wählten Rolf Mützenich mit überwältigender Mehrheit erneut an ihre Spitze. Danach traten sie zum Fraktionsbild zusammen - ohne Maske und ohne größere Abstände, aber laut Fraktion alle geimpft. Das Foto sorgte bei Twitter für Nachfragen unter den Nutzern. „Und für diese Bundestagsfraktion gilt keine Maskenpflicht?“, hieß es zum Beispiel.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der eine Maske trug, verteidigte nun das Gruppenbild. Es sei „nur ein kurzer Moment“ gewesen, sagte er in einer Gesprächsrunde von „Bild“. Die Fraktion sei aber geimpft und getestet gewesen, daher habe es kein Risiko gegeben. Lauterbach musste aber einräumen, dass in Innenräumen des Bundestages eine Maskenpflicht gilt. Im Moment eines Fotos sei es aber legitim, den Mundschutz abzunehmen, so der SPD-Politiker weiter. Laut einer Allgemeinverfügung des Bundestagspräsidenten gilt „in den Gebäuden des Deutschen Bundestages“ eine Maskenpflicht. Als Ausnahmen werden unter anderem „die Aufnahmen von Speisen und Getränken“ im Rahmen von Veranstaltungen oder „sonstige zwingende Gründe (wie etwa die Gelegenheit eines Interviews)“ bei einem Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen genannt.

Lauterbach warnte, die Corona-Pandemie in Deutschland zu unterschätzen

Karl Lauterbach warnte zuletzt davor, die weitere Entwicklung in der Corona-Pandemie zu unterschätzen. "Die Menschen denken, wir hätten das Virus im Griff, das Gegenteil ist der Fall: Die Probleme sind nicht gelöst", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Unterschätzt werde beispielsweise auch die Gefahr sogenannter Impfdurchbrüche, also Erkrankungen trotz vollständiger Impfungen.

"Immer noch sind 30 Prozent der unter 60-Jährigen nicht geimpft. Wir unterschätzen diese enorme Zahl", sagte Lauterbach. Er warnte daher vor einer neuen Corona-Welle im Herbst und Winter, wenn sich "das Leben wieder in geschlossene Räume verlagert".

Lauterbach verwies auf eine aktuelle Studie aus den USA, die zeige, dass infizierte Geimpfte eine gleich hohe Viruslast tragen wie Nicht-Geimpfte und damit gleich ansteckend sind. Um "gut durch den Winter zu kommen", plädierte Lauterbach daher für "eine Kombination von strikter Einhaltung" der 2G-Regeln - also Zugang nur für Genesene oder Geimpfte - , konsequentem Testen sowie zusätzlichen Impf-Anreizen.

Selfie mit Lauterbach und Drosten als Antwort auf FDP und Grüne

„Zwar keine Rockband. Aber immerhin voller Ideen, wie die 4. Welle so flach wie möglich über Deutschland spülen könnte“, twitterte Lauterbach am Donnerstagabend - zu sehen ist ein Selfie mit Virologe Christian Drosten. Es ist wohl als ironische Antwort auf ein anderes Smartphone-Foto zu verstehen, welches zuletzt für Aufsehen sorgte. Spitzen von FDP und Grünen hatten ein Selfie gepostet, um auf erste Vorsondierungen nach der Bundestagswahl aufmerksam zu machen. Im Anschluss gab es im Netz ganz unterschiedliche Reaktionen - auch Band-Foto-Vergleiche wurden gezogen.

Auch das Foto mit Lauterbach und Drosten wurde vielfach geteilt und diskutiert. „Bestes Koalitions-Selfie so far“, schrieb „heute-show“-Reporter Fabian Köster.

(pasch/dpa/afp)
Meistgelesen
Einflugschneise frei geschnitten
Elf Eichen auf dem Egelsberg waren höher als erlaubt. Flugplatzgemeinschaft hat Baumpfleger beauftragt Einflugschneise frei geschnitten
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort