In diesen 10 NRW-Städten wird der Stickstoffdioxid-Grenzwert überschritten

Bilanz : In diesen 10 NRW-Städten wird der Stickstoffdioxid-Grenzwert überschritten

Obwohl die Luftverschmutzung in vielen Kommunen langsam geringer wird, drohen in Nordrhein-Westfalen weiterhin Fahrverbote. Eine Zwischenbilanz des Umweltbundesamts zeigt, in welchen NRW-Städten die Grenzwerte überschritten.

Obwohl die Luftverschmutzung in vielen deutschen Städten langsam geringer wird, drohen in Nordrhein-Westfalen weiterhin Fahrverbote. Mindestens zehn Städte sind - teils noch sehr deutlich - vom erlaubten Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) entfernt. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbilanz des Umweltbundesamts (UBA) für 2018 hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Stickstoffdioxid in Städten stammt zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen. Damit werden auch erste Fahrverbote begründet. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) führt nach eigenen Angaben Gerichtsverfahren für saubere Luft in 34 Städten - davon 14 in NRW.

Düsseldorf und Wuppertal sind betroffen

Wie aus der vorläufigen Bilanz des Umweltbundesamts hervorgeht, wurde der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel 2018 in mindestens 35 deutschen Städten überschritten. Davon sind zehn Messstellen in NRW: Köln (59), Düsseldorf (53), Dortmund (51), Hagen (50), Oberhausen (46), Wuppertal (45), Aachen (43), Gelsenkirchen (46), Leverkusen (43) und Essen (42). Die meisten werden von der DUH auf Einhaltung der Grenzwerte beklagt.

Viele Großstädte haben mehrere Messstellen mit automatisierter Datenerfassung. Nicht an allen Messstellen einer Stadt werden die Grenzwerte überschritten. Für Nordrhein-Westfalens einzige Metropole mit über einer Million Einwohner, Köln, gilt das aber sowohl für den Clevischen Ring (59) als auch für die Turiner Straße (42).

Insgesamt hat die Luftbelastung durch Diesel-Abgase im vergangenen Jahr leicht abgenommen - im Mittel der verkehrsnahen Messstationen um etwa zwei Mikrogramm pro Kubikmeter. Das gilt auch für die meisten der genannten NRW-Städte.

Gab es 2017 bundesweit an 45 Prozent der Messstationen zu hohe Werte, waren es 2018 nach einer Hochrechnung des UBA noch 39 Prozent. Der verbindliche Grenzwert gilt seit 2010.

Gründe für den Rückgang der städtischen NO2-Belastungen sind laut UBA Tempolimits und Verkehrsbeschränkungen, mehr neue Autos, Software-Updates zur besseren Abgasreinigung bei älteren Diesel, aber auch das Wetter. Was wie viel zur Minderung beigetragen hat, lässt sich dem Amt zufolge allein anhand der Messdaten nicht bestimmen.

Unter den vier deutschen Städten, die den Grenzwert neuerdings nicht mehr unterschreiten, ist mit Solingen (von 41 auf 35) auch eine in NRW. Dortmund verschlechterte sich um ein Mikrogramm auf 51 und gehört damit zum Kreis der „Intensivstädte“, für die besondere Maßnahmen gelten. Die höchste Belastung haben Stuttgart (71) und München (66).

In Hamburg wurden schon im vergangenen Jahr Straßenabschnitte für ältere Diesel gesperrt, in Stuttgart sind sie seit dem Jahreswechsel aus dem ganzen Stadtgebiet verbannt. Weitere Städte - darunter Frankfurt, Berlin und Köln - sollen in diesem Jahr folgen. Die Deutsche Umwelthilfe hatte die Einschränkungen vor Gericht erzwungen.

Für 28 der insgesamt 65 deutschen Städte, die den NO2-Grenzwert 2017 übertrafen, liegen noch nicht alle Zahlen für 2018 vor. Das Umweltbundesamt bekommt die Daten von den Umweltbehörden der Länder geliefert.

(dpa)