NRW IHK lädt AfD-Kandidatin wieder aus

Düsseldorf · (arl) Die Einladung der AfD-Kandidatin sorgt für einen Eklat im Vorfeld der Wahlarena der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Düsseldorf. Die beiden prominentesten Kandidaten im nördlichen Düsseldorfer Wahlkreis, Thomas Jarzombek (CDU) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), haben ihre Teilnahme an der Podiumsdiskussion am 26. August abgesagt.

Sie begründen den Schritt damit, dass AfD-Kandidatin Andrea Kraljic auch mitdiskutieren soll. Die IHK hat bereits reagiert – und lädt nun die AfD-Kandidatinnen aus dieser Debatte sowie der Diskussion für den anderen Düsseldorfer Wahlkreis zur Bundestagswahl aus.

Mit großem Erstaunen habe sie festgestellt, dass die AfD auch eingeladen sei, hatte Strack-Zimmermann in einer E-Mail an die Veranstalter geschrieben. Nach Rücksprache mit Jarzombek sage sie für beide daher ab. „Wir bedauern das sehr, sind wir doch gerne bei Ihnen zu Gast, setzen uns aber wie schon beim Kommunalwahlkampf nicht mit Anti-Demokraten auf eine Bühne“, schreibt Strack-Zimmermann weiter in der Mail, die auch an die Kreisparteivorstände von SPD und Grünen adressiert ist.

Die IHK nimmt die Einladung der AfD wegen des Protests nun zurück. Offenbar winkten auch weitere Kandidaten ab. Es habe Absagen „fast aller Kandidierenden von CDU, FDP und SPD“ gegeben, teilt ein Sprecher mit. Der IHK sei es aber wichtig, einen möglichst breiten wirtschaftspolitischen Diskurs zu ermöglichen. Die Positionen der bekanntesten Köpfe der Düsseldorfer Politik in Berlin seien dabei von besonderem öffentlichem Interesse. Jarzombek hat den Nordwahlkreis seit 2009 für die CDU durchgehend gewonnen und ist auch Kreisparteichef, FDP-Politikerin Strack-Zimmermann leitet ebenfalls den Düsseldorfer Verband ihrer Partei und sitzt im Bundestag.

Die IHK kündigt aber an, auch auf die AfD zuzugehen. Die Interessenvertretung der Unternehmen verfolgt eigentlich die Linie, aus Neutralitätsgründen die Vertreter aller Parteien im Bundestag einzuladen. „Die IHK Düsseldorf wird den Kandidatinnen der AfD ein separates Angebot für einen bilateralen Austausch zu den wirtschaftspolitischen Themen machen“, teilt ein Sprecher mit. Im Südwahlkreis tritt AfD-Kreischefin Uta Opelt für den Bundestag an.

Die Absage kommt angesichts der Linie der Parteien im Kommunalwahlkampf nicht überraschend. Die Kreisverbände von SPD, Grünen, FDP und Linken hatten im März 2020 einen Appell an die Veranstalter gerichtet, die AfD nicht einzuladen. Der Eklat im Landtag von Thüringen habe gezeigt, dass es der AfD nur darum gehe, „das demokratische System zu destabilisieren, statt zum Wettbewerb von Lösungen beizutragen“. Auch der spätere Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) unterstützte die Linie.

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