Köln Hobby-Winzer will betrunkene Wildpinkler mit Wein bekämpfen

Im Kampf gegen pinkelnde Betrunkene in Köln plant ein Hobby-Winzer, Wein anzubauen - unter anderem die seltene Sorte „Blauer Kölner“. Denn ein genutzter und gepflegter Hang sei für Wildpinkler uninteressant - glaubt er.

Thomas Eichert steht vor einem kleinen Hang an der Severinstorburg. Im Kampf gegen pinkelnde Betrunkene in Köln plant der Hobby-Winzer hier Wein anzubauen - unter anderem die seltene Sorte „Blauer Kölner“.

Thomas Eichert steht vor einem kleinen Hang an der Severinstorburg. Im Kampf gegen pinkelnde Betrunkene in Köln plant der Hobby-Winzer hier Wein anzubauen - unter anderem die seltene Sorte „Blauer Kölner“.

Foto: Henning Kaiser

Köln. Wein als Mittel gegen ein Pinkelproblem: Ein Winzer will im Zentrum von Köln Reben pflanzen und damit auch Gebäude vor betrunkenen Wildpinklern schützen. „Ein Platz, um den sich gekümmert wird, ist nicht das Zentrum von Wildpinklern“, sagte der selbsternannte Stadtwinzer Thomas Eichert der Deutschen Presse-Agentur. Zuletzt hatte der „Express“ über die Pläne des Winzers berichtet. Die Reben will Eichert an der historischen Severinstorburg in der Kölner Südstadt pflanzen. Das Thema Wildpinkeln war im Februar vor dem Karneval einmal mehr hochgekocht, es sorgt seit Jahren für große Verärgerung bei den Bürgern.

Die Severinstorburg hält Eichert für einen idealen Ort zum Weinanbau. „Ich stand davor und dachte - da sehe ich einen Weinberg“, sagte er. Mehrere Weiß- und Rotweinsorten wolle er im Frühjahr am Hang vor der Torburg pflanzen - und unter anderem einen Wein „Blauer Kölner“ produzieren. „Urban winemaking“ heißt Eicherts Hobby, bei dem er auf Wunsch der Bewohner an Kölner Hauswänden Wein anbaut. Er pflegt die Stöcke, erntet und keltert gegen 50 Prozent Erntebeteiligung für den Privatgebrauch.

Der Boden an der Torburg wurde bereits untersucht, wie Eichert berichtet. Sein Fazit: Ganz so wild sei das Pinkelproblem gar nicht. Die Probe habe gezeigt, dass die Erde nicht übermäßig viel Urin enthalte. „Außerdem wäre das ein super Dünger.“

Die Stadt bestätigte die Verpachtung. Sie will an der Torburg ein WC-Häuschen und einen Schmuckzaun zur Abwehr der Wildpinkler bauen. dpa

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