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Verkaufsoffene Sonntage und ein interkommunales Digitalisierungsprojekt könnten die Wülfrather Innenstadt attraktiver machen: Hilfen für die Wülfrather Innenstadt dringend gesucht

Verkaufsoffene Sonntage und ein interkommunales Digitalisierungsprojekt könnten die Wülfrather Innenstadt attraktiver machen : Hilfen für die Wülfrather Innenstadt dringend gesucht

. Gemeinsam mit den Städten Heiligenhaus und Velbert beabsichtigt die Wülfrather Verwaltung künftig eine interkommunale Zusammenarbeit im Bereich „Digitalisierung der Innenstädte“ anzustreben. In einzelnen Workshops sollen beispielsweise Themen wie Digitale Schaufenster, Infrastruktur und eine digitale Niederbergkarte erarbeitet werden.

Der Schwerpunkt soll primär auf digitale Unterstützungslösungen für den Einzelhandel und die Gastronomie abzielen.

In der letzten ordentlichen Ratssitzung der Wahlperiode wollte Martin Sträßer (CDU) wissen, wie hoch der Eigenanteil der Kommunen für diese Zusammenarbeit ausfällt. Das gesamte Projekt kann nach der Förderrichtlinie des IKZ NRW mit bis zu 180 000 Euro gefördert werden. Kämmerer Rainer Ritsche gab auf Nachfragen der WZ an, dass in der anfänglichen Konzeptionsphase kein Eigenanteil zu leisten sei. „In der Umsetzungsphase wollen wir uns an die 180 000 Euro Fördermittel halten. Sollte es zu Mehrkosten kommen, müssen diese auf die Städte umgelegt werden“, so Ritsche. Unterstützung erhält das Projekt auch von Ilona Küchler (Die Linke), die sich nach der Teilnehmerliste der Workshops erkundigte. „Es wäre zu begrüßen, wenn auch Vertreter des Einzelhandels und der Gastronomie an den Workshops teilnehmen“, so ihre Stellungnahme. Diesbezüglich konnte Bürgermeisterin Claudia Panke Entwarnung geben. „Noch steht nicht fest, wer an den Workshops teilnimmt. Wir nehmen die Anregung aber gerne auf und werden uns dafür einsetzen, dass auch Vertreter aus Handel und Gastronomie beteiligt werden“, so ihre Aussage

Händler und Bürger zeigen wenig Interesse an Extra-Öffnung

Ein weiterer Gewinn für die Stadt Wülfrath könnten verkaufsoffene Sonntage sein. Obwohl diese in der Vergangenheit stets in Anlehnung an Stadtfeste initiiert wurden, soll eine ordnungsbehördliche Verordnung im Corona-Jahr Abhilfe schaffen und die offenen Sonntage auch losgelöst von solchen Festlichkeiten zulassen. „Die Werbegemeinschaft Wülfrath pro hat eine Umfrage bei den Händlern gemacht. Lediglich sieben Händler haben sich dafür ausgesprochen“, berichtet Bürgermeisterin Claudia Panke zu Beginn der Diskussion.

Dass solche verkaufsoffenen Sonntage nur Sinn ergeben, wenn der Großteil der Einzelhändler solche Extra-Einkaufsmöglichkeiten mittragen, darüber waren sich die Ratsmitglieder einig. „In Wülfrath sind viele Geschäfte nicht bereit zu öffnen“, so Hans-Peter Altmann (FDP). „Es ist nicht mehr Geld vorhanden, welches man an einem Sonntag ausgeben könnte.“ Und auch Ilona Küchler gab zu bedenken, dass der Aufwand für die Einzelhändler groß, der Nutzen jedoch gering ist. „Auch die Bürger haben sich im Internet dagegen ausgesprochen“, so Thomas May (Die Grünen), der das Thema zuvor mit Vertretern der Gewerkschaft Verdi, der IHK sowie dem Einzelhandelsverband diskutiert hat. „Ein runder Tisch ist von Nöten, um die Interessen der Händler zu hinterfragen“, so seine Meinung.

Eine abschließende Entscheidung konnte in der Ratssitzung am Dienstag nicht gefällt werden. Das Thema wird in den nächsten Sitzungslauf geschoben.