Wild in Hilden gehetzt Freilaufende Hunde hetzen Rehkitze zu Tode

Hilden/Haan · Immer wieder hetzen nicht angeleinte Hunde Wildttiere in den Wäldern rund um Hilden. Dabei sterben Rehe.

Aktuell liegen Rehkitze versteckt im hohen Gras und sind dadurch leichte Beute für freilaufende Hunde.

Aktuell liegen Rehkitze versteckt im hohen Gras und sind dadurch leichte Beute für freilaufende Hunde.

Foto: dpa/Swen Pförtner

(tobi) Björn Möller ist es leid, immer wieder in den Stadtwald gerufen zu werden, um Wildtiere zu erschießen, die kurz zuvor von freilaufenden Hunden gehetzt worden sind. Auch in jüngster Vergangenheit wurde Rehe und andere Tiere durch den Wald und über Felder gejagt. Dabei sollten Hundebesitzer gerade jetzt besonders vorsichtig sein: „Aktuell liegen die Kitze“, erklärt Björn Möller. Die Mütter legen sie in hohem Gras oder in Feldern ab, um die Aufmerksamkeit von ihnen abzulenken und sie zu schützen. Nur zum Säugen kommen sie zurück. Eine leichte Beute für wildernde Hunde.

Das Thema Wildrisse beschäftigt nicht nur die Jäger, sondern auch die Politik. Die CDU hatte eine Anfrage an die Stadt gestellt und darin auch gefragt, welche Maßnahmen ergriffen werden können, damit Hundehalter die Leinenpflicht in Naturschutzgebieten einhalten. „Neben der Information der Waldbesucher*innen, dazu gehört auch die Beschilderung der Ge- und Verbote, bedarf es auch wiederkehrender Kontrollen, um die Einhaltung der Regeln zu überwachen und ggf. bei Nichtbeachtung zu sanktionieren“, erklärt Ordnungsamtsleiter Michael Siebert. Grundsätzlich gelte, dass Hunde außerhalb der Wege nur angeleint mitgeführt werden dürften. „Hieraus folgt dann aber auch, dass Hunde auf den (Wald-)Wegen grundsätzlich unangeleint mitgeführt werden dürfen. Dies gilt aber nicht in ausgewiesenen Naturschutzgebieten; hier gilt Leinenpflicht und Wegegebot“, so Siebert weiter.

Für die Überprüfung sei der Landesbetrieb Wald und Holz, für Hilden das Regionalforstamt in Gummersbach zuständig.

Leinengebot in Naturschutzgebieten festgelegt

„Der Landesbetrieb beschäftigt zu diesem Zwecke übrigens in Kooperation mit dem Kreis Mettmann zwei sogenannte Ranger, die allerdings für das gesamte bewaldete Kreisgebiet zuständig sind“, erklärt Michael Sieber weiter. Darüber hinaus habe der Kreis Mettmann das Leinengebot in Naturschutzgebieten festgelegt. Demnach könnte auch die Untere Naturschutzbehörde in Naturschutzgebieten die Leinenpflicht kontrollieren. Es ist also kompliziert. Jedoch ist eins klar: „Losgelöst von der Frage, ob beide Behörden hier gemeinsame Überwachungen durch die ,Ranger‘ durchführen lassen oder der Kreis Mettmann eigenständige Kontrollen durchzuführen hat, ist jedenfalls festzuhalten, dass die Stadt Hilden als Ordnungsbehörde hier keine rechtliche Ermächtigung zur Durchführung eigenständiger Kontrollen und schon gar nicht als Bußgeldbehörde besitzt“, erklärt Siebert. Der Stadt sind bei der Überprüfung der Leinenpflicht im Stadtwald also die Hände gebunden.

Trotzdem wird auch in Hilden regelmäßig kontrolliert. Auch Björn Möller spricht Hundehalter immer wieder darauf an, wenn sie ihre Hunde nicht im Griff haben: „Aber da gibt es kaum Einsicht, man wird ziemlich oft beschimpft.“ Das Leid der gehetzten Wildtiere hätten die Tierbesitzer nicht im Blick – und auch nicht die hohen Strafen, wenn ihr Hund ein Wildtier reißt.

(tobi)