Heftige Unwetter in NRW: Wuppertal und Aachen besonders betroffen

Heftige Unwetter in NRW: Wuppertal und Aachen besonders betroffen

Duisburg, Wuppertal, Solingen, Aachen, Erkrath. Heftige Unwetter toben in ganz Nordrhein-Westfalen. Die ersten Meldungen gingen gegen 14.30 Uhr aus dem Raum Aachen und der Eifel ein. In Wuppertal fuhren mehrere Autos gegen hochgedrückte Gullydeckel.

In einem Fall löste dadurch ein Airbag aus und verletzte den Fahrer im Gesicht, wie eine Polizeisprecherin sagte. An einer Tankstelle in der Innenstadt knickte das Dach weg. Zahlreiche Straßen wurden überflutet.

In der Wuppertaler Universität brach am Campus Haspel ein Dach durch die Wassermassen ein. Auf einem Video, dass per Twitter geteilt wurde, ist zu sehen, wie Wassermassen in das Gebäude strömen. 30 bis 50 Quadratmeter des Daches eines der Gebäude seine eingestürzt, der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude stehen derzeit unter Wasser, teilte Die Pressesprecherin der Universität mit. Die Feuerwehr war zeitnah vor Ort, Verletzte gäbe es nach aktuellem Stand keine.

Wassermassen drangen am auch in ein Wuppertaler Einkaufszentrum ein. In das Tiefgeschoss sei am Nachmittag Wasser gelaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Hinzu kamen mehrere umgestürzte Bäume. In mindestens einem Fall soll das Wasser rund 70 Zentimeter hoch gestanden haben.

Nachdem Gleise überspült wurden, stellte die Deutsche Bahn im Raum Wuppertal den Zugverkehr ein. Auch die Schwebebahn fuhr nicht mehr. „In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am späten Nachmittag in Essen. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil von Aachen fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte.

Wegen des Unwetters wurde der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Brandanschlags in Solingen abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter den Bäumen gesucht. Sie waren danach aber von den Veranstaltern in deutscher und türkischer Sprache zum Verlassen des Ortes aufgefordert worden.

In Duisburg liefen Keller voll Wasser unter anderem der des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten.

In Erkrath im Kreis Mettmann kam es durch das Unwetter zu zahlreichen Einsätzen im gesamten Stadtgebiet, teilte die Feuerwehr mit. Einsatzschwerpunkt sei Alt-Erkrath gewesen. Der Bach "Gink" steige stetig an und gefährde die anliegenden Häuser. Die Feuerwehr Erkrath ist seit 16.45 Uhr im Einsatz. In Ratingen meldete die Feuerwehr 150 Einsätze. Schwerpunkt seien Ratingen-Mitte, -Ost, - Tiefenbroich und -West.

Um 18.30 Uhr hat der Deutsche Wetterdienst für Dienstag die Unwetterwarnungen in der Region aufgehoben. Lokale Unwetter-Gefahren sehen die Experten aber auch am Mittwoch und Donnerstag bei leicht sinkenden Temperaturen von bis zu 29 Grad.dpa/red

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