1. NRW

Fußball-Landesligist SC Kapellen droht, den Anschluss zu verlieren

Fußball : Kapellen will die Chance wahren

Bei einer Niederlage gegen Amern wäre der Aufstieg kein Thema mehr. Außerdem tritt in der Landesliga Holzheim beim ASV Süchteln an.

Gut möglich, dass der in der Punktspielrunde seit drei Partien sieglose SC Kapellen am Sonntag mit dem Match bei den Vereinigten Sportfreunden (VSF) Amern (Anstoß 15 Uhr) ins graue Mittelfeld der Fußball-Landesliga abtaucht. Das ist im und rund ums Jupp-Breuer-Stadion allen bewusst. „Wenn wir in Amern verlieren, hat sich das Thema Aufstieg für uns erledigt“, stellt der Sportliche Leiter Jörg Ferber klar.

Und er sagt auch, warum: „Die Konstellation in der Regionalliga ist alles andere als günstig, vielleicht steigt am Ende aus unserer Gruppe nur der Meister auf.“ An der Spitze der Landesliga thront im Moment die Spvgg. Sterkrade-Nord, die bei einer Pleite des SCK am Sonntag mit einem Heimsieg über den starken Neuling SGE Bedburg-Hau auf elf Punkte davonziehen könnte. Damit wird für die Erft-Kicker ein Erfolg in Amern praktisch zur Pflicht. Dumm nur, dass sich die Fußballer aus der Gemeinde Schwalmtal gerade mal wieder auf einem Höhenflug befinden: Während der SCK taumelt, schweißten die Schützlinge des in der Szene hochgeschätzten Trainers Willi Kehrberg (57) gegen Rhede (1:0), Meerbusch II (6:0) und Fichte Lintfort  5:0) eine beeindruckende Serie zusammen und liegen auf Rang fünf nur zwei Plätze und einen Punkt hinter Kapellen. „Die haben einen Lauf“, bestätigt Ferber. So ganz überraschend findet er das gute Zwischenzeugnis des Kontrahenten nicht. „Willi Kehrberg, den ich schon lange kenne, macht da gute Arbeit und zaubert immer wieder neue Spieler aus dem Hut.“ Stellvertretend dafür steht der Japaner Ken Sugawara. Der in der vergangenen Saison noch für den VfB Bodenheim (Landesliga Ost - Rheinhessen) und den SV Gonsenheim (Verbandsliga Südwest) mit überschaubarem Output tätige Stürmer hat für Amern in bislang zwölf Spielen schon zwölf Mal getroffen. Erfolgreicher ist mit 21 Treffern nur Oguz Ayan, die lebende Tormaschine des 1. FC Mönchengladbach.

Derweil haben die Mannen von Coach Oliver Seibert ihre Negativserie von vier Spielen ohne Sieg (drei in der Liga, eins im Niederrheinpokal) beendet: Im Kreispokal-Achtelfinale gelang am Donnerstag ein 6:2-Erfolg im Erft-Derby beim A-Ligisten BV Wevelinghoven. Allerdings geriet der haushohe Favorit auch da durch ein frühes Tor von Tim Gauls (4.) zunächst ins Hintertreffen. Auf der Habenseite zu vermerken waren danach indes die drei Treffer von Marcel Kalski. Der Goalgetter kommt nach monatelanger Verletzungspause allmählich in Fahrt, bringt mit seiner Stärke im Torabschluss eine „Qualität ein, die wir lange vermisst haben“, sagt Ferber.

Spielpraxis sammelte zudem der außerdem nur noch von Yannik Neumann (traf zum 2:3) bezwungene Patrik „Paco“ Pesch im Kasten des SCK, der am Sonntag zusätzlich zu seinen Langzeitverletzten auf jeden Fall auf Dennis Schreuers (Urlaub) verzichten muss. Manu Ioannidis und Nils Mäker sind angeschlagen.

Holzheim musste unter der Woche auf den Trainer verzichten

Unter der Woche musste Fußball-Landesligist Holzheimer SG auf die Dienste des stressbedingt wieder erkrankten Chefcoachs Guido van Schewick verzichten. Auch am Sonntag im für den Kampf um den Klassenverbleib nicht ganz unwichtigen Spiel beim ASV Süchteln (Anstoß 14.30 Uhr) werden wohl seine sturmerprobten Co-Trainer Stefan Schellenberg und Thomas Rodoniklis das Kommando übernehmen. Diesen Job hatte das Duo bereits vor zwei Wochen beim 6:1-Festival in Dingden übernommen. Auf ihre Kappe geht zudem der 7:2-Sieg im Kreispokal-Achtelfinale am Donnerstag über den A-Ligisten DJK Hoisten. Ein Ergebnis, das Schellenberg indes nicht zu hoch aufhängen will. „Klar, wir hätten sogar noch viel deutlicher gewinnen können“, resümierte er, aber wichtiger sei gewesen, „dass wir einigen Spielern eine kleine Pause gönnen konnten.“ Wirklich zu gefährden vermochte die DJK, für die Robin Höyng (zum 1:2) und Simon Erkelentz (2:5) trafen, den zwei Klassen über ihr um Punkte spielenden Lokalrivalen nicht. Der hatte in Bozidar Mestrovic (4), Maurice Girke und den am vergangenen Sonntag beim 1:4 gegen Spitzenreiter Spvgg. Sterkrade-Nord schmerzlich vermissen Shunya Ando (2) seine Torschützen. Der Japaner ist in Süchteln wie Sahel Fasli wieder dabei, was ausgesprochen gut ist, denn neben den Langzeitverletzten Tom Nilgen, Steven Dyla, Marcus Buchen und Fabio Dittrich fällt auch der im Mittelfeld immens wertvolle Marvin Meirich (Urlaub) aus.

Die Hausherren haben auf Rang zwölf zwar nur drei Punkte mehr gesammelt als Holzheim, dabei aber das Kunststück vollbracht, in Sterkrade-Nord (2:1) und dem 1. FC Mönchengladbach (3:2) gleich zwei Topteams zu bezwingen. Für Schellenberg ist es darum durchaus lohnend, einen Blick in den Kader seines erst 30 Jahre alten Kollegen Fabian Wiegers, den er als „jungen, guten und ambitionierten Trainer“ schätzt“, zu werfen. Und da entdeckt er einige „sehr interessante Stürmer“: Zum Beispiel Tobias Busch, „der uns noch aus seiner Zeit in Rheindahlen und Lürrip bekannt ist.“ Auch Stefan Heinrichs und Nando Di Buduo sind für die HSG keine „No names“. Die Gäste sind also durchaus gewarnt, sind im schmucken Sportpark Süchtelner Höhen dennoch auf Zählbares aus. „Denn es geht gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf“, sagt Schellenberg, der seinem „Chef“ gerne einen stressfreien Sonntag bescheren würde.