Leute Friedrich Nowottny kritisiert Kommunikation der Ampel

Bonn · TV-Veteran Friedrich Nowottny hat die ganze Geschichte der Bundesrepublik bewusst miterlebt. Aber eine solche Kommunikationspolitik wie jetzt von der Ampel sei ihm noch nicht untergekommen, sagt er.

Friedrich Nowottny, deutscher Fernsehjournalist, sitzt in seiner Wohnung.

Friedrich Nowottny, deutscher Fernsehjournalist, sitzt in seiner Wohnung.

Foto: Oliver Berg/dpa

Der ehemalige Fernsehjournalist Friedrich Nowottny (94) hält nichts von den kommunikativen Fähigkeiten der Ampel-Regierung. „Noch nie war die Kommunikation einer Bundesregierung so miserabel wie die der jetzigen“, sagte der frühere Moderator des „Bericht aus Bonn“ und ehemalige WDR-Intendant der Deutschen Presse-Agentur.

„Das schmeißt einen ja wirklich aus allen Gleisen. Das sind alles Kommunikations-Nullen. Sie mögen alle den Willen haben, das Beste daraus zu machen, davon gehe ich einmal aus, sie machen ja auch 'ne Menge, aber ehe es zustande kommt, ehe die Drei sich einigen: ganz schrecklich!“ Dadurch versäume die Regierung ihre Chancen, sagte Nowottny.

Er erwarte, dass die Europawahlen im Juni und die drei Wahlen in den östlichen Bundesländern im Herbst das Szenario der bundesdeutschen Politik grundlegend verändern würden. „Es sind gerade spannende Zeiten. Dieser Bundesregierung wird eine Menge einfallen müssen.“

Nowottny moderierte von 1973 bis 1985 in der ARD den „Bericht aus Bonn“. Zehn bis 17 Millionen sahen damals jede Woche zu. Von 1985 bis 1995 war er Intendant des Westdeutschen Rundfunks.

© dpa-infocom, dpa:240422-99-761981/3

(dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort