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Friedrich-Bayer Realschule in Wuppertal bietet Technikunterricht an

Technikunterricht : Friedrich-Bayer-Realschule setzt auf Technikunterricht

An der Friedrich-Bayer Realschule wird seit kurzem ein Technikunterricht angeboten. Schulleiter Dätig hofft damit den Schülern handwerkliche Berufe näherzubringen.

Es wird gesägt, geleimt und fleißig gewerkelt im neuen Technikkurs der Friedrich-Bayer-Realschule, der mit dem neuen Schuljahr startete.

18 Schüler der Jahrgangsstufe 7 lernen den Umgang mit Holz, Metall und anderen Werkstoffen und bilden damit die erste Gruppe, die das neu geschaffene Unterrichtsfach in Anspruch nimmt.

Schulleiter Marcus Dätig führt als Techniklehrer durch den Unterricht und zeigt sich begeistert: „Technik ist ein Fach, in dem handwerkliche Fähigkeiten vermittelt werden sollen, das aber auch eine Affinität zum Thema Handwerk wecken oder bestehende Fähigkeiten festigen soll. Mit dem Angebot eines Technikunterrichtes wollen wir für die Schüler handwerkliche und technische Berufe wieder interessant machen.“

Doch bis zur ersten Unterrichtsstunde musste Dätig einige Hürden überwinden. Die Finanzierung für den Technikraum musste zunächst sichergestellt werden. Dabei ging der Schulleiter einen anderen Weg und holte mit der Firma Knipex einen namhaften Sponsor ins Boot. „So ein Projekt durch den Etat der Stadt finanzieren zu lassen ist schwierig, da viele andere Projekte, wie die Sanierung maroder Schulgebäude verständlicherweise Vorrang haben,“ erklärt Dätig seine Beweggründe.

Aus diesem Grund sprach Dätig mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Firma Knipex, Ralf Putsch. „Die Schule arbeitet schon viele Jahre mit der Firma Knipex zusammen und wir haben eine AG, in der fünf bis sechs Schüler freiwillig außerhalb des Unterrichts Werkzeugmechanik direkt bei Knipex lernen.“ Man „kannte sich bestens“ und deshalb „verliefen die Gespräche auch sehr gut,“ berichtet Dätig.

Großzügige Spende ebnet den Weg zum Technikunterricht

Rund 20 000 Euro spendete Knipex und ermöglichte so die Schaffung des Technikraumes. Es konnten Werkbänke, Schränke und Maschinen angeschafft werden. Zusätzlich spendete Knipex noch Werkzeuge.

Die Schüler haben Spaß und das sieht man auch im Kurs. Es wird konzentriert gearbeitet. „Heute machen wir ein Deutschlandpuzzle,“ erklärt der 12-jährige Benjamin stolz. „Dafür mussten wir zwei Bretter mitbringen. Dann haben wir auf einem Brett die Umrisse von Deutschland abgezeichnet und das dann mit einer Stichsäge ausgesägt. Danach haben wir die Platten zusammengeleimt und dann die einzelnen Bundesländer ausgeschnitten. Anschließend wurden die Puzzleteile noch abgeschliffen, und wer möchte kann die Teile jetzt auch noch anmalen,“ berichtet Benjamin weiter. Man sieht ihm die Begeisterung an und auch seine Mitschüler geraten ins Schwärmen. Die 12-Jährige Nelly „hat viel Spaß“ und zeigt sich schon sehr erwachsen: „Wir lernen hier etwas fürs Leben.“ Wenn sie groß ist, möchte sie als Grundschullehrerin im Fach Technik arbeiten. Charlene, 13 Jahre, und eines von vier Mädchen im Kurs, sieht den Unterricht „eher als Hobby.“ Vorurteile von den Jungs gebe es keine.

Schulleiter Dätig ist genauso begeistert bei der Sache, wie die Schülerinnen und Schüler. Er hofft, dass „zwei bis drei meiner Schüler einen handwerklichen Beruf erlernen. Dann habe ich meine Sache gut gemacht.“