1. NRW

Frau vor den Augen ihrer Tochter von Müll-Lastwagen überrollt

Frau vor den Augen ihrer Tochter von Müll-Lastwagen überrollt

Eine Frau will mit ihrer Tochter an einer Ampel die Straße überqueren, ein Lastwagen erfasst sie und schleift sie mit. Die Polizei steht noch vor einem Rätsel. War die Ampel kaputt? Oder hatten Fahrer oder Frau nicht aufgepasst?

Essen. Vor den Augen ihrer Tochter ist eine Frau in Essen von einem Müll-Lastwagen überrollt und getötet worden. Das sieben Jahre alte Mädchen wurde bei dem Unfall am Mittwochmorgen schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Der 49 Jahre alte Fahrer des Lastwagens hatte die beiden Fußgänger beim Abbiegen übersehen und die Frau erfasst, wie die Polizei mitteilte. Er erlitt ebenso wie mehrere Zeugen einen schweren Schock.

Nach den Ermittlungen der Polizei wollte die 31-Jährige mit ihrem Kind die Straße überqueren, als das Fahrzeug sie beim Linksabbiegen erfasste. Die Mutter geriet unter den schweren Lkw und wurde mehrere Meter mitgeschleift. Geistesgegenwärtig soll sie nach Zeugenaussagen zuvor ihr Kind auf den Gehweg gestoßen haben. „Damit hat sie ihrer Tochter möglicherweise das Leben gerettet“, sagte ein Polizeisprecher.

Unklar ist bislang, warum der Lkw der Entsorgungsbetriebe Essen die Frau und das Mädchen anfuhr. „Wir prüfen, ob der Wagen oder die Fußgänger grünes Ampellicht hatten“, sagte der Sprecher.

„Ein Unfall mit Todesfolge ist das Schlimmste, was im Verkehrsalltag passieren kann“, teilten die Entsorgungsbetriebe Essen mit und zeigten sich geschockt. Das Unternehmen werde die Familie der toten Frau intensiv unterstützen - „sofern es von der Familie aus gewünscht ist“, hieß es weiter. Auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen äußerte sich betroffen. „Der Unfall heute Morgen ist ein schreckliches Unglück. Meine Anteilnahme gilt der Familie und den Angehörigen“, sagte er.

Ende Mai war ein siebenjähriger Junge in Köln bei einem Unfall ebenfalls von einem abbiegenden Müllwagen getötet worden. Damals war der Wagen nach rechts abgebogen. Es war daraufhin erneut über den „toten Winkel“ und sogenannte Lkw-Abbiegeassistenzsysteme diskutiert worden. dpa