Fußball Evangelische Kirche kritisiert BVB-Deal mit Rheinmetall

Dortmund · Die Partnerschaft von Borussia Dortmund mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall sorgt weiter für Diskussionen. Auch die Evangelische Kirche äußert sich.

Der EKD-Sportbeauftragte Thorsten Latzel.

Der EKD-Sportbeauftragte Thorsten Latzel.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thorsten Latzel, hat die Werbepartnerschaft von Borussia Dortmund mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall kritisiert. „Werbung für Waffenfirmen hat in Stadien nichts zu suchen“, sagte der rheinische Präses nach einer EKD-Mitteilung vom Donnerstag. Der Deal sei eine „gezielte kommunikative Grenzüberschreitung“ und in mehrfacher Hinsicht hochproblematisch. „Gerade bei internationalen Sportturnieren geht es um eine Form friedlicher Völkerverständigung“, argumentierte Latzel. „Ganz im Sinne des Olympischen Friedens, während dessen kriegerische Aktivitäten ruhten. Dem widerspricht es, für die Herstellung von Waffen zu werben.“ Es sei das eine, die Ukraine angesichts des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges zu unterstützen und Europas Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Etwas ganz anderes sei es aber, für Waffenfirmen zu werben und Kriege und Waffen zu „normalisieren“. „Militärische Gewalt und Waffen können immer nur ein letztes Mittel sein, um schlimmere Gewalt einzudämmen. Sie sind nicht „normal“ und dürfen es niemals werden“, so Latzel.

Am Mittwoch hatten Rheinmetall und der BVB das Sponsoring für die kommenden drei Jahre bekanntgegeben. Die Partnerschaft umfasst den Angaben zufolge die Nutzung reichweitenstarker Werbeflächen, Vermarktungsrechte sowie Event- und Hospitality-Angebote im Stadion und auf dem Vereinsgelände.

© dpa-infocom, dpa:240530-99-213737/2

(dpa)
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