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Erster Coronavirus-Fall in NRW - Ehepaar aus Erkelenz in Uniklinik Düsseldorf

Sars CoV-2 : Erster Coronavirus-Fall in NRW - Erkelenzer Ehepaar kommt in Uniklinik Düsseldorf

Das Coronavirus ist in Nordrhein-Westfalen angekommen: Ein Ehepaar aus Erkelenz ist am Dienstagabend in die Düsseldorfer Uniklinik gebracht worden. Der erkrankte Mann ist in kritischem Zustand - und auch seine Frau zeigt Symptome. Im Kreis Heinsberg bleiben Schulen und Kindergärten am Mittwoch geschlossen.

Nach Baden-Württemberg ist erstmals auch mindestens ein Patient in Nordrhein-Westfalen nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Die Infektion wurde bei einem Mann aus Erkelenz aus dem Kreis Heinsberg diagnostiziert, wie NRW-Gesundheitsministerium und Kreis am späten Dienstagabend mitteilten.

Der Betroffene war am Montagmittag mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Erkelenzer Krankenhaus aufgenommen worden. „Der Patient befindet sich in einem kritischen Zustand und wurde auf der Intensivstation isoliert.“ Nach dpa-Informationen ist er Mitte 40 und leidet an einer Vorerkrankung. Das Ehepaar aus Erkelenz wurde im Laufe der Nacht in der Uniklinik Düsseldorf untergebracht. Die Uniklinik will am Mittwoch informieren.

Auch Ehefrau zeigt Symptome einer Viruserkrankung

Die Ehefrau des Patienten werde mit Symptomen einer Viruserkrankung ebenfalls stationär behandelt. Ihr Zustand sei aktuell stabil. Die Diagnose, ob sie sich ebenfalls mit dem Virus infiziert habe, stehe noch aus. Der erkrankte Mann hatte nach Angaben des dortigen Landrats Stephan Pusch Kontakt mit einem Bekannten gehabt, der sich geschäftlich in letzter Zeit in China aufgehalten habe. Das meldete die „Aachener Zeitung“. Ob sich dieser Mann auch in Behandlung begeben habe, konnte Pusch zunächst nicht sagen.

Foto: dpa-infografik GmbH

Schulen und Kitas bleiben wegen Coronavirus im Kreis Heinsberg geschlossen

Im Kreis Heinsberg bleiben am Mittwoch Schulen, Kitas und die Kreisverwaltung geschlossen, wie ein Sprecher des Landkreises am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zurzeit werde auch noch überlegt den öffentlichen Personennahverkehr auszusetzen. Ein Krisenstab wurde im Landkreis eingerichtet. Man sei in engem Kontakt mit dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf.

Nicht nur in NRW: Erster Coronavirus-Fall in Baden-Württemberg bestätigt

Nur kurz zuvor war in Baden-Württemberg ein erster Coronavirus-Patient bestätigt worden. Es handle sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Landkreis Göppingen, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Dienstagabend mit. Er habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. Der Patient sei nach seiner Rückkehr mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt und habe Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufgenommen. Er solle noch am Dienstagabend in eine Klinik gebracht und dort isoliert untergebracht und behandelt werden.

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) appellierte an Reiserückkehrer, den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu folgen: Wer aus Gebieten zurückkehre, in denen Covid-19-Fälle vorkommen und innerhalb von 14 Tagen nach der Rückkehr Fieber, Husten oder Atemnot entwickle, solle unnötige Kontakte vermeiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben, beim Husten und Niesen Abstand zu anderen Menschen halten, regelmäßig und gründlich Hände mit Wasser und Seife waschen und nach telefonischer Anmeldung unter Hinweis auf die Reiseregion einen Arzt aufsuchen.

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie in Italien melden immer mehr europäische Staaten Nachweise des Erregers. Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz berichteten am Dienstag von Covid-19-Fällen. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde nach einer bestätigten Erkrankung ein großes Hotel mit rund 1000 Touristen - darunter auch Deutsche - praktisch unter Quarantäne gestellt. In der Golf-Region droht sich das Virus ebenfalls auszubreiten.

Keine Einschränkungen im Bahnverkehr

Im Bahnverkehr sind in der Region in Nordrhein-Westfalen zunächst keine Einschränkungen eingeplant. Das sagte eine Sprecherin von DB Regio NRW der Deutschen Presse-Agentur am frühen Mittwochmorgen. Man sei jedoch „im ständigen Austausch“ mit den Behörden, sagte die Sprecherin mit Blick auf Maßnahmen gegen eine mögliche Ausbreitung, zu denen auch eine Einschränkung des öffentlichen Nahverkehrs gehören könnte.

(red/dpa)