1. NRW

Erfrischender Kunstgenuss im Von der Heydt-Museum

Aktion für unsere Leser : Erfrischender Kunstgenuss im Museum

Viele Leser von WZ, Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger nutzen den heißen Samstag für einen Besuch der Wuppertaler Ausstellungen.

Für die einen war der heiße Samstag die Gelegenheit, um den heimischen Sommer zu genießen, für die anderen Anlass, ins Kühle abzutauchen. In Wuppertal bot sich dafür einerseits das Fest zum 90-jährigen Bestehen der Stadt und zum anderen der Tageszeitungstag mit freiem Eintritt im Von der Heydt-Museum am Turmhof. Ein Angebot, das viele Leser – die meisten in Begleitung – annahmen. Der Stapel mit der eingelösten Zeitungsseite wuchs schließlich auf rund 150 Exemplare an.

Schon eine Viertelstunde, bevor das Museum am Vormittag öffnete, standen die ersten Besucher vor der Tür. Über den Tag verteilten sich dann die Kunstinteressierten in den verschiedenen Etagen mit ihren verwinkelten, angenehm kühlen Räumen in dem klassizistischen Bau, das ehemals das Elberfelder Rathaus beherbergte. Hier war reichlich Platz für ruhiges Betrachten, für Gespräche über Kunst und Künstler, für Erfrischung der Lebensgeister.

Das größte Interesse widerfuhr der aktuellen Sammlungspräsentation „1919 bis 2019 – 100 Jahre Moderne“, fulminantes Abschlusswerk des Ende April in den Ruhestand verabschiedeten Direktors Gerhard Finckh. Auch der Elberfelder Meister der Grafik, Peter Schenck, der Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhundert Furore machte, zog die Blicke auf sich. Renate und Bernd Münnich nahmen sich den Miterfinder des Farbstichs als erstes vor, nachdem sie am Morgen in ihrer Zeitung auf das Angebot gestoßen waren. „Wir haben uns ganz spontan entschieden, bei der Hitze ins Museum zu gehen. Eine spezielle Ausstellung ist nicht unser Ziel“, erzählt der Wuppertaler. Und so „arbeitet“ sich das Ehepaar von unten nach oben durch das Gebäude, bestaunt zuerst die Perfektion Schencks.

Zeitungsseite befördert spontanen Beschluss

Umgekehrt gehen die Dörings vor, die aus Sprockhövel angereist sind. Ihr Mann habe bei der morgendlichen Zeitungslektüre in Anbetracht des Wetters befunden, dass es im Museum schön leer sein müsse, sagt Astrid Döring, und beginnt ihren Museumsrundgang in der Sammlungspräsentation unter dem Dach. Desgleichen der Wuppertaler Martin Strasmann, der gar nicht gewusst hatte, dass es nach dem Weggang Finckhs „Neues im Museum gibt, dass das Museum lebt“. Durch die Zeitung sei er auf die Ausstellung aufmerksam geworden, sei nun positiv überrascht. Ihn interessieren besonders die Werke aus den 20er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, die Sammelschwerpunkte des Museums sind.

Den informativen wie ansprechend gestalteten Rundgang durch hundert Jahre Kunst zwischen Revolution und wieder unruhiger werdenden Zeiten unternehmen auch zwei Wuppertaler Freundinnen, die regelmäßig ins Museum gehen. „Die Werke von Schenck hatte ich mir schon angeschaut. Eine zweite Ausstellung am selben Tag war mir damals zu viel. Aber ich wollte mir die Sammlungspräsentation ansehen. Die Zeitung war nur der Anlass, es heute zu tun“, erklärt eine von ihnen. Welche Ausstellung denn die schönere sei? Das könne man nicht sagen, das Gezeigte sei nicht zu vergleichen.

Monika Janotta verwirklicht an diesem Samstag ein lang gehegtes Vorhaben: „Ich lebe jetzt seit 25 Jahren in Wuppertal, war am Anfang einmal im Von der Heydt-Museum und wollte immer wieder hin“, sagt sie. Als sie die Seite gesehen habe, habe sie spontan entschieden: „Das machst du jetzt.“ Ein weiteres Argument seien die hohen Temperaturen. Ihre Erwartungen werden nicht enttäuscht, die Arbeiten Schencks beeindrucken sie, die jüngere Kunst lässt sie immer wieder staunen, was alles Kunst sei. Zufrieden sind auch die Dörings, die natürlich auch noch bei Schenck vorbeischauen.

Und Marion Meyer, Pressesprecherin des Museums, freut sich über den Zuspruch mit immerhin knapp 300 Besuchern, die trotz Konkurrenz durch Stadtgeburtstagsfest und Schwimmbad der Einladung von Museum und Tageszeitung gefolgt sind: „Das Angebot hat sich bewährt.“