„Ende Gelände“-Aktivisten melden Blockade der Kohlebahn Garzweiler

Klimacamp „Ende Gelände“ : „Ende Gelände“-Aktivisten melden Blockade der Kohlebahn Garzweiler

Gegen 18.30 Uhr am Freitag meldet das Aktionsbündnis, dass hunderte „Ende Gelände“-Aktivisten die Kohlebahn Garzweiler blockieren.

Eigentlich sollte der Großeinsatz für die NRW-Polizei an diesem Brückenfreitag in Aachen stattfinden, wo am Mittag bis zu 20.000 Demonstranten aus ganz Europa bei “Fridays for Future” durch die Stadt ziehen wollen. Doch seit dem Morgen ziehen die Sicherheitsbehörden rund um den Tagebau Garzweiler Kräfte zusammen. Der Grund: Die Einsatzkräfte befürchteten Blockadeversuche durch die Aktivisten von “Ende Gelände”. Am Freitagabend meldeten die Aktivisten dann die erfolgreiche Blockade.

Aktivisten am Bahnhof Viersen eingekesselt

Die Polizei zieht seit Freitagmorgen ihre Kräfte rund um den Tagebau zusammen. Die Beamten rechnen mit einer Blockade durch die „Ende-Gelände“-Aktivisten. Foto: Juliane Kinast

Die Klima-Aktivisten rückten dem Tagebau Garzweiler im Laufe des Tages immer näher. Nachdem mehrere tausend am Morgen das Camp in Viersen verlassen haben sollen, sah es zunächst so aus, als hätte die Polizei den Versuch, nach Garzweiler zu gelangen, vereitelt. Rund 1000 Aktivisten wurden am Bahnhof Viersen eingekesselt, der Bahnhof gesperrt. Den jungen Menschen wurde aber angeboten, mit Bussen zu den Mahnwachen weiterzureisen, die praktischerweise rund um den Tagebau angemeldet wurden.

Am Nachmittag erklärte ein Sprecher von “Ende Gelände”, es seien zwei “Finger” (Züge mit je wohl mehreren hundert Demonstranten) zu Fuß auf dem Weg von Viersen nach Mönchengladbach. Zudem sammelten sich Gruppen in Bedburg. Nach rund fünfeinhalb Stunden wurde die Sperrung am Bahnhof Viersen aufgehoben.

Polizei gibt sich gelassen

Hunderte Aktivisten kommen mit Reisebussen in Bedburg an. Foto: Juliane Kinast

Die Polizei vor Ort gibt sich gelassen und abwartend. Auch dort weiß man: Trotz Ankündigungen und verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben die Klimakämpfer ihr Ziel bislang stets erreicht. Ein Großaufgebot an Hundertschaftskräften hatte sich bereits am frühen Morgen rund um die Grube in Garzweiler versammelt.

Aktivisten kommen in Bedburg an

Gegen 15.45 Uhr sind mehrere hundert Aktivisten mit Reisebussen in Bedburg angekommen. Weitere werden erwartet. Auch in Rommerskirchen soll sich eine Gruppe von Aktivisten befinden.

„Ende Gelände“ meldet Blockade der Kohlebahn Garzweiler

Gegen 18.30 Uhr gab „Ende Gelände“ in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Kohlebahn Garzweiler aktuell von mehreren hundert Aktivisten blockiert wird. Weitere tausend Aktivisten seine nach Angaben des Aktionsbündnisses auf dem Weg zu den Blockadeorten.

"Wir stellen uns nicht nur den Kohlebaggern entgegen, sondern auch dieser zerstörerischen Wirtschaftslogik“, sagt Kathrin Henneberger, Pressesprecherin von Ende Gelände. Für Samstag sei eine zweite große Blockadewelle zu erwarten, gaben die Aktivisten bekannt.

Laut einem RWE-Sprecher wurde der Zugverkehr auf der sogenannten Nord-Süd-Bahn eingestellt. Angaben einer dpa-Reporterin zufolge war die Situation am frühen Abend vor Ort ruhig.

Laut Behördenangaben war zuvor eine Polizeikette durchbrochen worden. Rund 500 Menschen hätten sich am frühen Abend in Richtung des Kraftwerks bewegt. Die Gruppe habe Strohsäcke, Polster und Visiere dabei. Dies seien Schutzwaffen und das Mitführen stelle bereits eine Straftat dar, teilte die Polizei Aachen mit.

Eine Sprecherin von „Ende Gelände“ kündigte an, die Aktivisten würden so lange bleiben, wie ihre Sicherheit gewährleistet sei. Sie hätten Schlafsäcke und Isomatten dabei, um auch übernachten zu können. Dem RWE-Sprecher zufolge lief das Kraftwerk Neurath weiter, es gebe dort einen Kohle-Vorrat. Wie lange dieser ausreiche, wollte er nicht sagen.

„Ende Gelände“ hatte für den Freitag Aktionen am oder im Tageabbaugebiet angekündigt. Der Energiekonzern RWE warnte die Aktivisten vor lebensgefährlichen Risiken auf seinen Betriebsanlagen. In Aachen veranstaltete die Bewegung „Fridays for Future“ am Freitag eine Klima-Demonstration.

(juki/dpa)
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