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Eisige Temperaturen - Ist das eine Kältewelle oder doch einfach Winter?

Erster Schneefall : Eisige Temperaturen - Ist das eine Kältewelle oder doch einfach Winter?

Es ist kalt geworden in Nordrhein-Westfalen. Und kalt soll es auch bleiben. Schon wird geunkt über eine Kältewelle, die frühere NRW-Umweltministeriun Bärbel Höhn (Grüne) twittert: „Die Klimakrise zeigt Wirkung.“ Wie arg wird es wirklich?

Die Rekordtieftemperaturen in der Region liegen erst einmal hinter uns, sagt Cornelia Urban, Meteorologin vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen, auf Anfrage. Der tiefste Wert seien minus sieben Grad in Wuppertal gewesen. Eisige 16,8 Grad minus hatte sogar der Wetterdienst Meteomedia am Montag in Bad Berleburg-Hemschlar in Südwestfalen registriert.

Sehr kalt war es auch in Eslohe im Hochsauerlandkreis: Auf 13,4 Grad unter Null rutschte dort laut Deutschem Wetterdienst die Temperatur. Der Frost sorgte auch dafür, dass an einer Schule in Essen der Unterricht ausfiel: Die eisigen Temperaturen hatten die Leitungen der derzeit in Containern untergebrachten Toilettenanlage der Erich Kästner-Gesamtschule einfrieren lassen, sagte eine Stadtsprecherin. Die Schüler seien daher am Morgen wieder nach Hause geschickt worden.

So kalt wird es in den kommenden Tagen nicht, dafür kann es am Mittwoch und Freitag Niederschläge geben – Schnee bis zu fünf Zentimetern Höhe, aber auch gefrierenden Regen. Die Autobahnpolizei warnt vor Eisplatten, die von fahrenden Lastwagen herabstürzen könnten. So seien vergangene Woche zwei Platten auf die Windschutzscheiben dahinter fahrender Autos gefallen. Verletzt worden sei dabei jedoch niemand – die Scheiben hätten standgehalten.

Winterwetter soll bis in den Februar anhalten

„Am Samstag wird es dann milder mit Temperaturen Richtung fünf Grad“, sagt die Expertin mit Blick auf das Rheinland und den Niederrhein, auf den Höhen im Bergischen indes bleibe die Temperatur rund um den Nullpunkt. Entsprechend wird entlang des Rheins wohl enttäuscht, wer jetzt auf weiße Schneepracht hoffte: Dort gibt es wohl wieder nur den üblichen Schneematsch, der in den frostigen Nächten allerdings zu überfrieren droht. Schnee, der auch im Tal liegen bleibt, winkt erst in der kommenden Woche, wenn es wieder kälter wird. Bis in den Februar hinein soll das Winterwetter, sagt Urban voraus, in jedem Fall anhalten – seriöse Schätzungen für die Wochen darauf seien aber nicht möglich.