Zum Radschlagen: So reagieren Düsseldorfer auf das neue Narren-Motto

Karneval : Zum Radschlagen: So reagieren Düsseldorfer auf das neue Narren-Motto

Über „Unser Rad schlägt um die Welt“ freuen sich die Heimatfreunde besonders. Jedoch sind manchem sprachliche Holperer aufgefallen.

Ob die Ober-Narren im Carnevals Comitee gewusst haben, dass in diesem Jahr zum 70. Mal das Radschlägerturnier stattfindet? Für Rolf Lenz, den Baas der Alde Düsseldorfer Bürgergesellschaft, ist das Sessionsmotto zum Jubiläum ein echter Glücksfall. Unter dem Motto „Unser Rad schlägt um die Welt“ wird vom 11. November an gefeiert. Nicht nur Heimatfreunde, auch Wagenbauer Jacques Tilly und Hoppeditz Tom Bauer sind sehr zufrieden mit der Entscheidung.

„Da steckt beides drin, die Heimat und auch die Welt, die wir ja mit unseren Mottowagen erreichen wollen“, begrüßt Jacques Tilly das neue Motto. „Außerdem finde ich gut, dass mal nicht das Wort ‚jeck’ darin vorkommt. Ich habe übrigens selbst Rad geschlagen, als ich jung war und sogar mal an einem Wettbewerb teilgenommen. Gewonnen habe ich aber nicht.“ Ganz spontan ist Tilly auch schon das erste Wortspiel eingefallen: „Wir wollen anderen ja auch mit unseren Mottowagen einen ‚Rat’ geben, der in die Welt geht.“ Das kann ja lustig werden...

Inspiriert durch das Thema ist auch der Baas der Heimatfreunde. „Wir wollen ja beim Radschlägerturnier in diesem Jahr etwas Besonderes machen“, kündigt Lenz an, „im vergangenen Jahr hat Oberbürgermeister Thomas Geisel gezeigt, wie toll er Rad schlagen kann.“ Diesmal könne man vielleicht einen Sonderlauf mit Karnevalisten im Kostüm organisieren: „Der amtierende Prinz Martin Meyer ist ja auch Mitglied bei uns.“ Der müsse allerdings noch trainieren, um bis zum 30. Juni in Form zu kommen.

„Ich finde das Motto klasse“, meint auch Hoppeditz Tom Bauer, „das Motto hat einen regionalen Bezug und auch die Botschaft, dass wir von Düsseldorf etwas in die Welt senden möchten.“ Bauer ist überzeugt, dass auch die Wagenbauer viele gute Ideen umsetzen werden.

Als Mann des geschliffenen Wortes sieht Kabarettist Frank Küster das neue Motto ein bisschen kritischer: „Das ist doch sprachlich wie: Unser Kaffee kocht durch das ganze Büro.“ Sein spontaner Textvorschlag fürs Mottolied: „Unser Rad schlägt um die Welt, dieser Spruch macht jetzt die Runde, unser Rad schlägt um die Welt, unser Deutsch geht vor die Hunde. Egal wohin das Rad auch schlägt, die Grammatik wird zersägt. Wer so formulieren kann, der spricht Deutsch mit Knubbel dran.“

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