Zu viele Unfälle im Skatepark: Einschränkungen für Rollerfahrer

Freizeit : Zu viele Unfälle im Skatepark: Zeiten für Rollerfahrer begrenzt

Nur zu bestimmten Zeiten sind ab Mai Tretroller zugelassen, was die Fahrer mächtig ärgert. Stadtsportbund hält Schritt für notwendig, weil der Park zum Teil zu voll werde und Scooter-Fahrer die meisten Unfälle verursachten.

Im nicht mal ein Jahr alten Skatepark in Eller soll ja eigentlich der Spaß im Vordergrund stehen. Doch der verging vielen Skatern zuletzt immer öfter. Der Grund: ihnen kamen Rollerfahrer in die Quere. Laut Stadtsportbund, der den Park im Auftrag der Stadt betreibt, kam es sogar häufig zu Unfällen, wie Geschäftsführer Ulrich Wolter auf Anfrage unserer Redaktion betätigt. Zum Teil hätten Jugendliche sogar mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Deshalb hat der Stadtsportbund nun die Konsequenzen gezogen und schränkt die Zeiten für Scooter-Fahrer beträchtlich ein. Sie dürfen ab 1. Mai montags, mittwochs, donnerstags und freitags nur noch bis 16 Uhr fahren, samstags und sonntags bis 13 Uhr, nur dienstags uneingeschränkt.

Diese Entscheidung polarisiert nun gewaltig. Bei Facebook haben sich beim Nutzer „Skatepark Eller“ unter einem Post zum Thema 109 Kommentare angesammelt. Die Skater kritisieren, dass Scooter-Fahrer oft noch sehr jung und unüberlegt im Park unterwegs seien. Zu gefährlich sei das und der Skatepark eine Sportstätte und kein Spielplatz. In anderen Skateparks seien die Scooter deshalb sogar ganz verboten, wobei in Düsseldorf immerhin ein Kompromiss gefunden worden wäre.

Junge Fahrer sind oft mit billigem Gerät unterwegs

Ganz anders sehen das zweifelsohne die Scooter-Fahrer und auch viele ihrer Eltern. „Das ist doch ein schlechter Scherz! Damit schließt man zu 99 Prozent Kinder aus“, sagt einer. Rollerfahren sei genau so ein Sport wie Skaten. Und da der Schultag oft erst um 16 Uhr ende, gebe es jetzt unter der Woche kaum noch Trainingszeiten. Es sei eben nicht eine Frage nach Skater oder Scooter, sondern nach Alter und Einstellung der Fahrer, sagt ein weiterer Rollerfahrer.

Diese Einschätzung teilt wiederum der Stadtsportbund nicht. „Wir haben eindeutig die Rollerfahrer als Hauptverursacher von Unfällen ausgemacht“, sagt Wolter. Diese Zwischenfälle habe man auch dokumentiert.

Oft seien es sehr junge Fahrer, zum Teil Anfänger, die mit sehr billigem Gerät unterwegs seien. Die kleinen Rollen hinterließen dann häufiger Schäden im Beton. Und wenn bessere Scooter mit größeren Rollen verwendet würden, seien die Geräte zu schwer und zu gefährlich, wenn ein Fahrer die Kontrolle verliere. „Da entsteht zum Teil auch eine Art Katapult-Effekt“, sagt Wolter.

Und noch etwas kommt hinzu. „Der Park wird zum Teil einfach zu voll, da mussten wir besser regulieren.“ Selbst aus Berlin oder dem nahen Ausland reisten Skater am Wochenende an, um im Düsseldorfer Park zu fahren.

Vor allem am Wochenende, aber auch zum Teil nachmittags seien manchmal mehr als 100 Sportler auf der Anlage. „Das ist einfach zu viel.“ Zumal bislang uneingeschränkt vier Sportarten erlaubt waren: Skaten, Inlineskaten, BMX- und Scooter-Fahren.

Der Stadtsportbund auf der Suche nach einem Kompromiss

Man habe sich den Schritt allerdings auch nicht leicht gemacht, sagt Wolter. So habe man sich in anderen Parks in Deutschland umgehört, auch in Flensburg etwa, wo sogar ein Tüv-Gutachten zum Thema vorliege, was zur Entscheidungsfindung beigetragen habe. „Scooter sind in fast allen Parks in Deutschland verboten, wir gehen hier jetzt sogar noch weicher vor und versuchen, einen Kompromiss zu finden.“ Auch das Gespräch vor Ort im Park mit den Rollerfahrern wolle man weiter suchen. „Aber schlussendlich wollen wir verhindern, dass es zu einem richtig schweren Unfall kommt.“

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