Zu spät und Ausfälle: Viel Ärger mit der Rheinbahn

Zu spät und Ausfälle: Viel Ärger mit der Rheinbahn

Debatte: Bei der mobilen Redaktion diskutierten am Mittwoch Fahrgäste mit Mitarbeitern der Rheinbahn.

Düsseldorf. Der wiederholte Ausfall von Bussen und Bahnen der Rheinbahn erregt die Gemüter der Düsseldorfer zunehmend. Bei WZ mobil am Mittwoch an der Heinrich-Heine-Allee schildert Karin Hecker ihre Erfahrungen mit dem Fahrplan: "Ich wohne in Wersten und nutze fast täglich die Linien U74 und U77. Beide fallen ständig aus. Zu Terminen komme ich deshalb häufig zu spät." Vor allem bei Arztbesuchen sei das ärgerlich. "Wir gehen inzwischen immer extra zehn Minuten eher aus dem Haus", ergänzt ihr Mann Günter Hecker. Seit rund einem Jahr häuften sich die Ausfälle und Verspätungen.

Rheinbahnsprecher Georg Schumacher und Wolfgang Eilrich, Leiter der Abteilung Verkauf, beteuern: "Im schlimmsten Fall gibt es täglich 20 Ausfälle. In der Regel sind es aber wesentlich weniger." Als Gründe führen sie Baustellen, Unfälle und hohe Krankenstände an. Mehr Personal, das die Ausfälle abfangen könnte, bräuchte das Unternehmen aber nicht. "Wir haben so viel Personal wie nie", erklärt Sprecher Georg Schumacher.

Hannelore Börner schreibt in einer Email an die Redaktion, dass ihr Ausfälle besonders bei den Linien U74 und U76 aufgefallen sind. Immer seien defekte Fahrzeuge das Problem. "Demnach hat die Rheinbahn nicht genügend Bahnen. Wenn ausreichend Personal vorhanden ist, warum werden dann nicht mehr Fahrzeuge angeschafft, um defekte zu ersetzen?"

Zehn Mal stand auch Doris Bechmann schon an der Haltestelle und hat vergeblich auf den Bus 834 gewartet. "Erst am Freitag habe ich 45 Minuten gewartet, obwohl er im Zehn-Minuten-Takt fahren soll", sagt die 81-Jährige.

Neben den Ausfällen waren bei WZ mobil vor allem die Anschlussmöglichkeiten ein großes Thema. Dazu sagte Timo Neu: "Laut Fahrplan sollte die U74 am Belsenplatz Richtung Meerbusch direkt an den Bus 835 anschließen. Das klappt so gut wie nie. Dann muss ich 20Minuten auf die nächste Bahn warten", sagt der 20-Jährige. Und Jörg Tenner meint: "Es gibt so viele Anschlussgarantien. Viele davon machen keinen Sinn."

Claus Lietmeyer vom Fahrgastverband Pro Bahn nerven die schlechten Ampelschaltungen in der Stadt. "Da muss sich die Rheinbahn beim Amt für Verkehrsmanagement durchsetzen. Auf vielen Linien steht man mehr, als dass man fährt. So entstehen auch Verspätungen." Wolfgang Eilich: "Wir sind ständig im Gespräch mit den Verantwortlichen."