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WZ testet die Weihnachtsmarkt-Gastronomie: Apfelpfannkuchen ist der Favorit

WZ testet die Weihnachtsmarkt-Gastronomie: Apfelpfannkuchen ist der Favorit

Der Chefkoch des Breidenbacher Hofs testet für die WZ die Weihnachtsmarkt-Gastronomie.

Düsseldorf. Es gibt Spätzle mit Wildrahmsoße. Klingt gut, aber der Blick von Michael Reinhardt ist skeptisch: Auf seinem Pappteller ertrinkt ein Häufchen Nudeln in brauner, dicker Flüssigkeit. „Die Optik ist nicht gerade der Knaller. Die Spätzle sind nicht gebräunt, in der Soße schwimmen Fettaugen“, sagt Reinhardt und nimmt eine Gabel voll. „Das ist eine Fertigsoße“, ist er überzeugt. „Sehr fettig. Der Käse hat kein gutes Aroma.“ Einen zweiten Happen spart er sich, das 5,50 Euro teure Gericht vom Schadowplatz landet im Abfall. „Die Soße ist das I-Tüpfelchen jedes Essens, die sollte sehr gut sein.“

Michael Reinhardt ist einer, der Ansprüche hat, der weiß, was gutes Essen ausmacht: Seit drei Jahren ist er Chefkoch im Breidenbacher Hof. Regionale Küche, französisch angehaucht, kredenzt er seinen Gästen dort. Coq au Riesling, Fischsuppe oder Eifeler Rehrücken zum Beispiel. Im WZ-Test auf dem Weihnachtsmarkt gibt’s für den Küchenprofi als nächstes eine Thüringer vom Engelchenmarkt.

„Eine gute Bratwurst ist mir sehr lieb“, sagt Reinhardt. Einen sauberen Eindruck mache der Stand. Als ihm die Wurst über die Theke gereicht wird, zieht er enttäuscht die Augenbrauen hoch. „Das Brötchen ist pappig“, sagt er. Der erste Bissen entschädigt ein wenig: „Die Wurst hat eine schöne Kruste, man sieht Kräuter. Die ist einigermaßen gut.“ Fast ein Lob. Aber: „Das ist kein guter Senf, schade.“ 2,50 Euro seien aber in Ordnung.

Weiter geht es mit schwäbischer Schupfnudelpfanne am Gustaf-Gründgens-Platz für 3,50 Euro. Sauerkraut und Speck verströmen ihr Aroma. Michael Reinhardt probiert und verzieht das Gesicht. „Das Sauerkraut ist schlimm, sehr sauer. Richtig heiß ist das auch nicht.“ Frische Kräuter könnten die fade Optik aufpeppen, die Nudeln in Butter nachbräunen, kritisiert er. Er vermutet: „Das sind Fertignudeln.“

Ohne probiert zu haben, weist er jedoch auf den Stand nebenan. Dort ist eine große Käseauslage zu sehen, werden Fondue und Flammkuchen angeboten. „Das sind tolle Produkte. Wenn dieser Käse für das Fondue verwendet wird, ist das zu empfehlen“, sagt Reinhardt. „Gutes Essen muss nicht immer aufwendig sein, es muss einfach lecker sein.“ Sein Lieblingsgericht: Kohlrouladen von der Großmutter. Die bietet er auch im Breidenbacher Hof an.

Letzter Stopp: Neben der Glühwein-Pyramide an der Flinger Straße gibt’s Apfelpfannkuchen mit Calvados für 5 Euro. „Sehr knusprig und frisch. Der Calvados ist von einer guten Marke, die Äpfel sind frisch geschnitten“, sagt Reinhardt. „Der ist super. Mein Favorit.“